Ynet berichtete am 14. Oktober über die Zusammenarbeit mit Chevron Technology Ventures, dem Chemieunternehmen Evonik und Tenova Advanced Technologies. Gesucht werden Lösungen entlang der gesamten Lieferkette: von der Suche nach Rohstoffen über ihre Trennung und Verarbeitung bis zur Rückgewinnung. Damit reicht das Vorhaben über klassischen Bergbau hinaus.
Wertvolle Materialien aus Abfällen
Die Wettbewerbsseite nennt Sensoren und künstliche Intelligenz für die Erkundung, Metallgewinnung, die Verwertung von Batterien und Elektroschrott sowie Ersatzmaterialien für seltene Erden. Eine Technologie zur Rückgewinnung aus Abfällen kann deshalb ebenso passen wie ein Verfahren zur Suche nach Lagerstätten.
Ynet ordnete die Initiative in die Nachfrage nach Lithium, Nickel und anderen Materialien für Batterien, Elektronik und fortschrittliche Technologien ein. Praktisch geht es darum, Gewinnung und Wiederverwendung zu verbessern. Ein einzelnes ausgezeichnetes Unternehmen wird dabei nicht automatisch sämtliche Lieferprobleme einer ganzen Branche lösen.
Zwei Wege für frühe Entwicklungen
Die Regeln sehen einen akademischen und einen unternehmerischen Wettbewerb vor. Im akademischen Bereich müssen Bewerber promoviert sein oder an einer Promotion arbeiten und einer anerkannten Forschungseinrichtung angehören. Die eingereichte Technologie muss zudem die Vorgaben zur bisherigen Kommerzialisierung und Übertragung erfüllen.
Der Unternehmensbereich steht bestehenden Firmen und Teams offen, die erst eine Gesellschaft gründen wollen. Er setzt eine Obergrenze von 250.000 US-Dollar für Finanzierungen gegen Unternehmensanteile und verlangt die Absicht, den überwiegenden Teil der Forschung und Entwicklung in Israel durchzuführen. Zuschüsse zählt die Website nicht zur genannten Finanzierungsgrenze.
Die gesuchten Entwicklungsstufen reichen vom formulierten Konzept bis zur Demonstration in einer relevanten Umgebung. Eine bereits verkaufte kommerzielle Lösung ist daher nicht zwingend erforderlich. Zugleich unterscheiden die Regeln zwischen einem akademischen Projekt und der Bewerbung eines Unternehmens.
Was hinter der Investitionssumme steht
Die Website wirbt mit einer möglichen Investition von bis zu zwei Millionen US-Dollar. Die am 6. Oktober aktualisierten Bedingungen nennen ein potenzielles Angebot von bis zu 6,5 Millionen Schekel im Inkubatorprogramm der israelischen Innovationsbehörde, im Austausch gegen Unternehmensanteile. Es handelt sich nicht um einen garantierten Geldpreis von zwei Millionen Dollar.
Erforderlich sind vereinbarte Konditionen sowie Zustimmungen des Investitionsausschusses des Veranstalters und der Innovationsbehörde. Auch ein gesonderter akademischer Geldpreis von 10.000 Dollar ist an Bedingungen geknüpft. Die Regeln erlauben, kein Investitionsangebot oder keinen Geldpreis zu vergeben, wenn die Voraussetzungen fehlen.
Diese Unterscheidung erklärt das Ziel: einen Weg zur Unternehmensgründung und kommerziellen Entwicklung eröffnen, statt lediglich eine gute Präsentation finanziell zu belohnen.
Welche Termine als Nächstes anstehen
Die Bewerbungsphase begann am 13. Juli und endet laut Regeln am 25. Oktober um 23:59:59 Uhr israelischer Zeit. Unterlagen müssen auf Englisch vorliegen. Die Website nennt den 1. November für die Bekanntgabe der Finalisten und November oder Dezember für die Präsentationsveranstaltung; deren genaues Datum ist noch offen.
TechTime zufolge verbindet NetZero Kapital mit Unternehmensaufbau und Fachwissen aus der Industrie. Labs4Minerals überträgt dieses Modell auf Rohstofftechnologien. Nach der Auswahl werden konkrete Vereinbarungen entscheiden, welche Ideen über die Präsentation hinaus zu finanzierter Entwicklung in Israel gelangen.