Die neue Vertretung war nur ein Teil der Reise. Bei einem anschließenden Empfang im israelischen Außenministerium kündigte Bula Escobar nach einem Bericht von Ynet auch den Austritt Kolumbiens aus der Den-Haag-Gruppe an. Der Zusammenschluss verfolgt diplomatische, rechtliche und wirtschaftliche Maßnahmen gegen Israel. Die Erklärung war damit ein weiterer Bestandteil des politischen Kurswechsels.
Eine dauerhafte Adresse in der Hauptstadt
Israel National News berichtete, die Minister hätten das Botschaftsschild enthüllt; Sa’ar habe am Eingang eine Mesusa angebracht. Der israelische Minister schrieb die Entscheidung Kolumbiens Präsidenten Abelardo de la Espriella zu. Dieser habe bereits vor seiner Wahl zugesagt, die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen.
Sa’ar stellte die Eröffnung als Anerkennung der israelischen Hauptstadt und ihrer historischen Verbindung zu Israel dar. Er sagte außerdem, die Zahl der Botschaften in Jerusalem habe sich seit seinem Amtsantritt vor weniger als zwei Jahren verdoppelt.
Bula Escobar bezeichnete Israel als strategischen Partner und sprach sich für engere Beziehungen aus. Die Botschaft gibt diesem Vorhaben einen dauerhaften diplomatischen Standort, der über die Reden und Termine eines Ministerbesuchs hinausreicht.
Der Handel kehrt ebenfalls zurück
Die beiden Staaten nahmen ihre diplomatischen Beziehungen im August 2026 wieder auf. Kolumbiens früherer Präsident Gustavo Petro hatte sie im Mai 2024 wegen des Gaza-Kriegs abgebrochen. Anschließend schloss Kolumbien seine Botschaft in Tel Aviv und rief den Botschafter zurück, wie Israel National News berichtete.
Demselben Bericht zufolge wurde das Freihandelsabkommen am 13. Oktober wieder eingesetzt. Zur politischen Wiederannäherung kam damit die Rückkehr eines vereinbarten Rahmens für den Warenhandel zwischen beiden Ländern.
Die Reihenfolge zeigt mehrere eigenständige Schritte: Wiederaufnahme der Beziehungen, Erneuerung des Handelsabkommens und Eröffnung der Botschaft. Zusammen geben diese Entscheidungen dem politischen Richtungswechsel institutionelle und wirtschaftliche Substanz. Laut Israel National News teilte das kolumbianische Außenministerium mit, dass die Botschaft auch Dienstleistungen für kolumbianische Bürger anbieten werde.
Erklärung zur Den-Haag-Gruppe
Ynet zufolge erfolgte Bula Escobars Austrittsankündigung beim Empfang mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Sa’ar. Der kolumbianische Außenminister wandte sich gegen eine Isolierung Israels und verurteilte das Massaker vom 7. Oktober durch die Terrororganisation Hamas.
Er berichtete auch von seinem Treffen am 13. Oktober mit Elkana Bohbot, einem Überlebenden der Hamas-Geiselhaft. Dabei habe er ihm einen kolumbianischen Pass übergeben. Die Begegnung brachte die Erfahrung eines ehemaligen Entführten in einen Besuch ein, der ansonsten von Außenpolitik und Handel geprägt war.
Israel National News zufolge sah das Programm des kolumbianischen Außenministeriums auch Treffen mit Angehörigen kolumbianischer Bürger vor, die bei den Terrorangriffen vom 7. Oktober getötet wurden, sowie mit Überlebenden. Mit diesen geplanten Begegnungen erhielt die diplomatische Tagesordnung auch Raum für die menschlichen Folgen der Angriffe.
Die nächsten Kooperationsfelder
Nach Angaben von Israel National News nahmen auch Jerusalems Bürgermeister Moshe Lion, die kolumbianische Botschafterin Tania Gilinski und Israels Botschafterin in Kolumbien Vivian Eisen teil. Netanjahu nannte Sicherheit, Landwirtschaft, Wasser und künstliche Intelligenz als Bereiche für einen Ausbau der Zusammenarbeit.
Israel National News berichtete außerdem, dass Kolumbien höhere Exporte von Kaffee, Blumen, Agrarprodukten und Chemikalien nach Israel prüft. Diese wirtschaftlichen Interessen ergänzen Netanjahus vorgeschlagene Kooperationsfelder. Der wiederhergestellte Handelsrahmen und die neue Botschaft geben beiden Regierungen Institutionen, über die sie diese Vorhaben verfolgen können.