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Welt

Video von Düsseldorf-Demo zeigt grünes Stirnband mit arabischer Schrift, Hamas-Zuordnung bleibt unbestätigt

Nach Angaben der Düsseldorfer Polizei nahmen am 26. September rund 800 Menschen an der pro-palästinensischen Demonstration teil. Ein viraler X-Post behauptet, eine Teilnehmerin habe ein als Hamas-Symbol bekanntes Stirnband getragen. Die Aufschrift und die organisatorische Zuordnung wurden jedoch nicht unabhängig bestätigt.

Pro-palästinensische Demonstration in der Düsseldorfer Innenstadt
Pro-palästinensische Demonstration in Düsseldorf. Symbolbild zu diesem Bericht.

Am Samstag, dem 26. September 2026, fand in der Düsseldorfer Innenstadt eine pro-palästinensische Demonstration statt. Die Polizei Düsseldorf meldete in der Spitze rund 800 Teilnehmer. Damit blieb die Zahl deutlich unter den 5.000 angemeldeten Teilnehmern und einer früheren Polizeierwartung von bis zu 15.000.

Der Aufzug begann im Bereich des Düsseldorfer Hauptbahnhofs und erreichte gegen 18:00 Uhr den Graf-Adolf-Platz. In Werbematerialien wurden unter anderem die Parolen "Free Palestine", "Free Lebanon", "Hands off Iran" und "Hands off Yemen" verwendet. Die Gruppe hayhat organisierte zudem eine kostenpflichtige Busfahrt von Berlin nach Düsseldorf. Damit ist belegt, dass zumindest ein Teil der Mobilisierung außerhalb Düsseldorfs stattfand.

Extern / Soziale Medien

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x.com/RakMakkabi/status/2103865562300354840

Was der X-Post behauptet

Der Beitrag von @RakMakkabi enthält ein Video, in dem eine Frau mit einem grünen Stirnband und weißer arabischer Schrift zu sehen ist. Laut der in einem Screenshot sichtbaren Übersetzung behauptet der Account, es handele sich um ein Hamas-Stirnband und das Motiv sei in einem Beweismittelregister oder Kennzeichenkatalog als Hamas-Symbol erfasst.

Diese Behauptung ist bislang nicht unabhängig bestätigt. Auf den verfügbaren Bildern lässt sich die vollständige arabische Aufschrift nicht zuverlässig lesen. Deshalb kann nicht festgestellt werden, ob es sich lediglich um die Schahada, das islamische Glaubensbekenntnis, handelt oder um einen Text, der ausdrücklich die Hamas oder die Izz-al-Din-al-Qassam-Brigaden nennt.

In den für diesen Bericht geprüften öffentlich zugänglichen Behördenquellen fand sich auch keine Bestätigung dafür, dass genau das im Video gezeigte Stirnband in einem offiziellen deutschen Katalog für Hamas-Kennzeichen aufgeführt ist.

Was über die Demonstration bekannt ist

Berichte des WDR und der Polizei Düsseldorf bestätigen die Demonstration und die deutlich geringere Teilnehmerzahl im Vergleich zu den Erwartungen. Nach Angaben des WDR befanden sich zu Beginn etwa 300 Menschen vor Ort, später stieg die Zahl auf rund 800.

Vertreter aus dem Umfeld der Palästinensischen Allianz NRW traten auf der Bühne auf. Die geprüften offiziellen Unterlagen nennen jedoch nicht die Person, die die Demonstration vom 26. September formal angemeldet hatte. Ebenso wurde keine deutsche Behördenquelle gefunden, die diese konkrete Veranstaltung als islamistische Demonstration einstuft oder feststellt, dass islamistische Organisationen ihre Durchführung kontrollierten.

Die sachlich belastbare Beschreibung lautet daher: eine pro-palästinensische Demonstration, für die auch außerhalb Düsseldorfs mobilisiert wurde. Für die Aussage, sie sei von "pro-islamistischen Gruppen" organisiert worden, gibt es derzeit keine ausreichend verifizierte Grundlage.

Was das deutsche Recht zu Hamas-Kennzeichen sagt

Am 2. November 2023 untersagte das Bundesministerium des Innern die Betätigung der Hamas in Deutschland. Das öffentliche Verwenden von Kennzeichen verbotener Organisationen kann nach deutschem Recht strafbar sein. Entscheidend sind jedoch das konkrete Kennzeichen und der Zusammenhang seiner Verwendung.

Ein grünes Kleidungsstück oder arabische religiöse Schrift ist nicht automatisch ein Hamas-Kennzeichen. Für eine eindeutige organisatorische Zuordnung wären typischerweise Merkmale wie der Name Hamas, der Name der Al-Qassam-Brigaden, ein bekanntes Emblem oder ein klar zuordenbares Design erforderlich.

Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte die Polizei Düsseldorf nicht öffentlich mitgeteilt, dass die im Video gezeigte Frau kontrolliert, befragt oder identifiziert worden sei. Es gab auch keine öffentliche Mitteilung über eine Sicherstellung des Stirnbands oder ein Ermittlungsverfahren zu diesem konkreten Vorfall.

Was weiterhin ungeklärt ist

Das Video belegt, dass der X-Post veröffentlicht wurde und die entsprechende Behauptung aufgestellt wurde. Es reicht jedoch nicht aus, um alle damit verbundenen Aussagen zu bestätigen.

Gesichert sind die Demonstration selbst, die von der Polizei genannte Teilnehmerzahl und eine Mobilisierung auch von außerhalb Düsseldorfs. Nicht bestätigt sind dagegen die Behauptungen, das Stirnband sei ein verbotenes Hamas-Kennzeichen, es sei in einem offiziellen deutschen Katalog aufgeführt oder die Polizei habe deswegen Maßnahmen ergriffen.

IsraelNews.io wird den Bericht aktualisieren, falls die Polizei Düsseldorf, die Staatsanwaltschaft oder eine andere deutsche Behörde weitere Informationen veröffentlicht.

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