Ein Davidstern in Berlin, eine Kippa in Düsseldorf
Nach Angaben der Berliner Polizei sprachen zwei Männer in den frühen Stunden des 11. September eine 43-jährige Frau auf der Torstraße auf ihren Davidstern an und beleidigten sie antisemitisch. Einer soll sie mit einer zerbrochenen Flasche angegriffen haben. Bei der Abwehr erlitt sie Schnittverletzungen an einer Hand und wurde ins Krankenhaus gebracht.
Am 22. September wurde ein Mann am Düsseldorfer Rheinufer nach israelfeindlichen Beleidigungen geschlagen und getreten, wie die Polizei mitteilte. Er trug einen Pullover mit IDF-Emblem. Am 25. September bestätigte die Polizei anhand von Zeugenaussagen und Videos, dass er auch eine Kippa getragen hatte. Die Ermittler prüften einen möglichen antisemitischen Hintergrund.
Feuer am Eingang der Synagoge
Die Wuppertaler Polizei teilte mit, ein Mann habe am 17. September brennbare Flüssigkeit auf den Stufen vor der Bergischen Synagoge verteilt und angezündet. Das Feuer wurde sofort gelöscht. Beamte nahmen in der Nähe einen 37-jährigen Tatverdächtigen fest; der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.
Die Flammen wurden am Eingang gestoppt. Die mutmaßliche Tat blieb Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen.
Drohung, eine Holocaust-Überlebende zu hängen
In München untersuchten die Behörden Schmierereien mit Drohungen gegen Knobloch. Die Abendzeitung berichtete am 11. September, die Botschaft habe angekündigt, sie zu hängen. Darauf verwies später die Nachrichtenagentur JTA, die zugleich erklärte, die Polizei habe ihrer Reporterin den genauen Wortlaut nicht direkt bestätigt.
Die jüdische Gemeinde bestätigte, dass Knobloch nach Bekanntwerden der Drohung ihre Teilnahme an einer öffentlichen Veranstaltung absagte. Die Wirkung ging damit über eine beschriftete Parkbank hinaus: Eine jüdische Persönlichkeit änderte ihre Pläne.
Kinderfest und studentischer Infostand betroffen
In Duisburg dokumentierte die Polizei am 19. September Hakenkreuze und weitere Schmierereien an Zelten und Anhängern für ein Kinderfest. Der WDR ordnete das Gelände der örtlichen jüdischen Gemeinde zu.
Für Magdeburg verzeichnet die Chronik der Amadeu Antonio Stiftung am 1. September Drohungen gegen jüdische Studierende an einem Informationsstand. Sie beruft sich auf den Studierendenvertreter Ron Dekel. Dieser Monitoring-Eintrag ist von den Polizeimeldungen zu den anderen Fällen zu unterscheiden.
Die Vorfälle betrafen Gebetsstätten, Straßen und öffentliche Gemeindeaktivitäten. Zu Tätern und Motiven braucht jeder Fall eigene Ermittlungsergebnisse.