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Jüdische Welt

Berlin gedenkt des 7. Oktober: Erinnerung und Forderungen nach Schutz jüdischen Lebens

Rund 1700 Menschen kamen am 7. Oktober 2026 zur Gedenkveranstaltung auf dem Bebelplatz. Innenminister Alexander Dobrindt und Israels Botschafter Ron Prosor forderten entschlossenes Handeln gegen Antisemitismus.

Israelische Flagge auf dem Brandenburger Tor in Berlin mit Menschen auf dem Platz in der Dämmerung
Das Brandenburger Tor mit der israelischen Flagge. Originalfoto: picture alliance/dpa, über Jüdische Allgemeine. KI-gestützte Bearbeitung mit Wasserzeichen. · Hinweis

Rund 1700 Menschen haben sich am Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, auf dem Berliner Bebelplatz zum dritten Jahrestag des von der Hamas angeführten Terrorangriffs auf Israel versammelt. Die Teilnehmerzahl nannte die Polizei. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Israels Botschafter Ron Prosor verbanden das Gedenken an die Opfer mit der Forderung, jüdisches Leben wirksam zu schützen.

Die Veranstaltung war Teil eines Gedenktages mit einer Installation leerer Stühle und einem interreligiösen Gottesdienst. Die Jüdische Allgemeine berichtete über die Erinnerungsveranstaltungen und die davon getrennten Demonstrationen in der Stadt.

Prosor verlangt Taten gegen Antisemitismus

Prosor kritisierte die Kluft zwischen Gedenkreden über ermordete Juden und dem Schutz derjenigen, die heute in Deutschland leben. Er forderte ein Vorgehen gegen Antisemitismus unabhängig davon, aus welchem politischen Lager er kommt.

Dobrindt erklärte, jeder antisemitische Angriff bestärke ihn darin, für Jüdinnen und Juden in Deutschland sowie für Israel einzutreten. Damit rückte eine gegenwärtige Aufgabe in den Mittelpunkt des Jahrestages: Aus der Erinnerung muss Sicherheit für jüdische Gemeinden erwachsen.

Die Appelle folgten auf antisemitische Vorfälle in Deutschland im September 2026, über die IsraelNews.io im Monat vor dem Jahrestag berichtet hatte.

Persönlicher Verlust an einem historischen Ort

Noga Friedmann, deren Ehemann Ido Rosenthal am 7. Oktober 2023 bei der Verteidigung des Kibbuz Be’eri getötet wurde, erinnerte an ihren letzten Abschied. Ihr Bericht lenkte den Blick von politischen Erklärungen auf den familiären Verlust, der auch drei Jahre nach dem Angriff bleibt.

Der Bebelplatz ist selbst ein Erinnerungsort der Verfolgung. Am 10. Mai 1933 verbrannten nationalsozialistische Studenten dort rund 20.000 Bücher. Heute erinnert die unterirdische Bibliothek mit leeren Regalen des israelischen Künstlers Micha Ullman an diese Zerstörung. Vor diesem historischen Hintergrund wurden 2026 die Forderungen nach dem Schutz jüdischen Lebens erhoben.

Leere Stühle und ein interreligiöser Gottesdienst

Auf dem Pariser Platz nahe dem Brandenburger Tor stellte die Jüdische Studierendenunion Deutschland 500 leere Stühle an Tischen mit Fotos von Opfern des Angriffs auf. Am Abend fand in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche ein interreligiöser Gedenkgottesdienst statt. Auf das Brandenburger Tor wurde die israelische Flagge projiziert.

Diese Veranstaltungen waren vom Gedenken auf dem Bebelplatz getrennt. Dessen offizielles Programm führte auch die Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, Cornelia Seibeld, auf und nannte Dr. Melody Sucharewicz als Initiatorin.

Polizei beendet gesonderten Aufzug in Kreuzberg

Im Stadtteil Kreuzberg fand parallel zu den Gedenkveranstaltungen ein propalästinensischer Aufzug statt, an dem Greta Thunberg teilnahm. Die Polizei beendete ihn laut Medienberichten unter Verweis auf wiederholte Verstöße und Angriffe auf Einsatzkräfte.

Der Polizeieinsatz betraf diesen Aufzug und nicht die räumlich getrennte Gedenkveranstaltung am Bebelplatz. Dort standen die Erinnerung an die Opfer und die Sicherheit jüdischen Lebens in der Gegenwart im Mittelpunkt.

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