Das Symbol im Mittelpunkt des Vorwurfs
Das beschriebene Motiv geht über die Benennung einer Regierung oder Kritik an einer Militäroperation hinaus. Es verschmilzt ein Symbol jüdischer Identität mit dem Emblem des NS-Regimes, das die europäischen Juden ermordete.
Diese bildliche Gleichsetzung begründet den Antisemitismusvorwurf. Eine Parole über Israels Handeln und ein Motiv, das ein jüdisches Symbol mit dem Nationalsozialismus gleichsetzt, enthalten unterschiedliche Aussagen, auch wenn sie gemeinsam auftreten. Um den Bericht über die Plakate zu bestätigen, müssen die Originalaufnahmen und ihr Kontext geprüft werden.
Welche Positionen die Universität öffentlich vertreten hat
Die Leitungsgremien der Universität haben sich mit den Palästinensern solidarisiert. Die sozialwissenschaftliche Fakultät führt außerdem Veranstaltungen mit Beteiligung der palästinensischen Honorarkonsulin in Costa Rica auf.
Zu den dokumentierten Vorgängen gehört noch etwas: Die Fakultät kündigte für den 23. September eine von einer jüdischen Organisation gewünschte Friedensdiskussion an. Dieses Forum erschwert pauschale Aussagen darüber, welche Ansichten an der Universität geäußert werden dürfen.
Das sind institutionelle Aktivitäten und Positionen. Sie belegen weder die Urheberschaft der gemeldeten Plakate noch eine Genehmigung oder den Umgang der Verantwortlichen damit.
Die Verantwortung für die Installation ist gesondert zu klären
Die entscheidenden offenen Fragen sind konkret: Wer brachte die Plakate an, wann erfuhren die Universitätsverantwortlichen davon und was geschah danach?
Eine politische Position beweist keine Billigung jedes auf dem Campus verwendeten Symbols. Umgekehrt erledigt das Vorhandensein akademischer Debatten keinen Vorwurf antisemitischer Bildsprache. Für eine Bewertung des Umgangs der Universität braucht es Belege zu dieser Installation selbst.