Zum Inhalt springen

Wählen Sie aus, welche optionalen Inhalte diese Website laden darf. Sie können dies jederzeit über den Link Cookie-Einstellungen am unteren Seitenrand ändern.

Notwendig

Speichert Ihre Cookie- und Barrierefreiheitseinstellungen in diesem Browser. Immer aktiv.

Erlaubt das Laden von Werkzeugen zur Reichweitenmessung, sofern diese Website sie verwendet.

Erlaubt das Laden von Inhalten anderer Dienste, etwa eingebetteter Beiträge aus sozialen Medien. Diese Dienste können eigene Cookies setzen.

Barrierefreiheit

Textgröße 100%

Die Einstellungen werden in diesem Browser gespeichert.

Welt

CPJ streicht nach umfassender Prüfung 22 Namen aus Journalistendatenbank

Das Committee to Protect Journalists sagt, 19 Personen seien nach neuen Erkenntnissen über Kampfteilnahme entfernt worden, drei weitere, weil sie keine Journalisten oder Medienmitarbeiter waren. Sechs wurden wieder aufgenommen und 12 Fälle neu eingestuft.

Illustration eines Journalistenhelms und einer Kamera neben einer Datentabelle, deren Zeilen als entfernt, wieder aufgenommen oder neu eingestuft markiert sind
Redaktionelle Illustration: Die Überprüfung der CPJ-Daten zu in Gaza getöteten Journalisten

Das Committee to Protect Journalists (CPJ) hat die Ergebnisse einer umfassenden Überprüfung seiner Datenbank zu getöteten Journalisten und Medienmitarbeitern in Israel und den palästinensischen Gebieten seit Oktober 2023 veröffentlicht. Nach Angaben der Organisation führten neue Informationen dazu, 22 Personen zu entfernen, sechs wieder aufzunehmen und 12 Fälle neu einzustufen.

Die aktualisierte CPJ-Seite liefert eine wichtige Aufschlüsselung: 19 Personen wurden entfernt, nachdem neue Recherchen eine Beteiligung an Kampfhandlungen ergeben hatten. Drei weitere wurden gestrichen, weil CPJ zu dem Schluss kam, dass sie keine Journalisten oder Medienmitarbeiter waren. Es wäre deshalb falsch, alle 22 pauschal als «Terroristen» oder Mitglieder bewaffneter Gruppen zu bezeichnen.

Die Prüfung folgte Nachrufen von Hamas und Palästinensischem Islamischen Dschihad

CPJ kündigte die vollständige Überprüfung im Juni 2026 an, nachdem Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad Nachrufe veröffentlicht hatten, in denen einige Personen aus der CPJ-Liste als Kämpfer bezeichnet wurden. Damals erklärte CPJ, bereits acht Namen entfernt zu haben, weil die Betroffenen als Hamas- oder PIJ-Kämpfer bestätigt worden seien, sowie weitere zwölf aus anderen Gründen.

Die Zahl 20 aus dem Juni sollte nicht automatisch mit den 22 aus dem September addiert und als 42 unterschiedliche entfernte Personen dargestellt werden. Die September-Mitteilung ist das Ergebnis der im Juni angekündigten umfassenderen Prüfung, und die aktuelle CPJ-Seite zeigt die endgültigen Korrekturkategorien. Ohne historischen Namensvergleich besteht bei einer einfachen Addition die Gefahr der Doppelzählung.

Was CPJ geprüft hat

Die Organisation erklärt, ihre Forscher hätten 229 Todesfälle zwischen Oktober 2023 und August 2026 untersucht. Geprüft wurden veröffentlichte Arbeiten, Social-Media-Beiträge, Fotos, Videos und Erklärungen zu den Getöteten. Wenn neue Hinweise auftauchten, versuchten die Forscher, mit mindestens zwei weiteren Personen zu sprechen, die den Betroffenen kannten. CPJ zufolge gelang dies in 220 von 229 Fällen.

Anschließend beauftragte CPJ einen externen Prüfer mit der Bewertung des Verfahrens. Nach Angaben der Organisation bestätigte das Audit, dass in den entfernten und wieder aufgenommenen Fällen die etablierte Methodik angewandt wurde. CPJ betont, keine neue Journalistendefinition eingeführt, sondern bestehende Kriterien anhand neuer Informationen erneut angewandt zu haben.

Was „Beteiligung an Kampfhandlungen“ bedeutet

CPJ sagt, seit langem Personen auszuschließen, wenn festgestellt wird, dass sie an Kampfhandlungen beteiligt waren. Die Arbeit für ein Medium, das einer politischen oder bewaffneten Organisation nahesteht, bedeutet dagegen nicht automatisch eine direkte Beteiligung an Feindseligkeiten. Diese Unterscheidung ist in Gaza besonders wichtig, weil journalistische Tätigkeit, organisatorische Zugehörigkeit und militärische Aktivität getrennte Fragen sein können.

Auf der aktuellen Seite listet CPJ ausdrücklich 19 Namen als wegen «Beteiligung an Kampfhandlungen» entfernt und drei weitere als keine Journalisten oder Medienmitarbeiter auf.

Was die Korrektur belegt und was nicht

Die Revision zeigt, dass Opferdatenbanken nicht statisch sind und CPJ Klassifizierungen ändert, wenn neue Informationen vorliegen. Sie belegt auch, dass einige zunächst als Journalisten gezählte Personen später nach Hinweisen auf Kampfaktivität entfernt wurden.

Die Entfernung aus der CPJ-Datenbank ist jedoch keine juristische Entscheidung darüber, ob der Angriff, bei dem eine Person starb, rechtmäßig war. Ob jemand journalistisch tätig war, ob er an Feindseligkeiten teilnahm und ob ein bestimmter militärischer Angriff dem Kriegsvölkerrecht entsprach, sind unterschiedliche Fragen.

In seinem Update vom 25. September führte CPJ 189 in Gaza getötete Palästinenser und zwei in israelischen Haftanstalten getötete Palästinenser als Journalisten oder Medienmitarbeiter, deren Tod die Organisation Israel zurechnet. Diese Zahlen können sich bei neuen Erkenntnissen erneut ändern.

Zurück zu den aktuellen Meldungen