Was maledivische Medien berichteten
Nach Berichten maledivischer Medien wurden die beiden Männer, beide maledivische Staatsbürger und Copiloten bei Flydubai, am 3. Oktober in den Emiraten in Gewahrsam genommen. Die Botschaft der Malediven teilte ihren Familien später mit, dass die Männer von der örtlichen Polizei festgehalten würden, so die Berichte.
Berichten auf den Malediven und in Israel zufolge flogen die beiden Piloten auch Flydubai-Strecken nach Israel, kannten den omanischen Verdächtigen und wohnten im selben Gebäude. Die Behörden der Emirate haben sich öffentlich nicht zu den Festnahmen geäußert. Sie haben nicht mitgeteilt, wessen die beiden Männer verdächtigt werden, ob sie vorab von dem Plan wussten und ob ihre Festnahme mit der Prüfung der Kontakte des Verdächtigen zusammenhängt.
Die Darstellung der Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft der Emirate erklärte am 9. Oktober, der 29 Jahre alte omanische Copilot habe die Kontrolle über das Flugzeug übernehmen und es in das Passagierterminal des Flughafens Ben Gurion stürzen wollen, Israels wichtigstes internationales Tor. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft griff er den Kapitän im Cockpit mit einer Notfallaxt an.
Der verletzte Kapitän, Besatzungsmitglieder und Passagiere vereitelten den Angriff, und das Flugzeug landete sicher in Tabuk in Saudi-Arabien. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestand der Verdächtige und sagte den Ermittlern, er habe allein gehandelt. Mögliche Mittäter und andere Verbindungen würden weiter geprüft, hieß es.
Ein Passagier stellt Fragen zur Kabinenbesatzung
Asaf Rajuan, ein israelischer Passagier, der half, den Angreifer zu überwältigen, hat Fragen zum Verhalten einiger Kabinenbesatzungsmitglieder aufgeworfen. In einem Interview mit dem israelischen Sender Kanal 12 (N12) sagte er, ein Flugbegleiter habe begonnen, die Fesseln des Angreifers zu lockern, nachdem die Passagiere ihn überwältigt hatten.
Rajuan sagte außerdem, Besatzungsmitglieder hätten versucht, Passagiere am Filmen zu hindern, und ein Flugbegleiter sei mit einer nicht identifizierten Tablette auf den verletzten Kapitän zugegangen, während dieser medizinisch versorgt wurde. Passagiere seien eingeschritten, sagte er.
Auf die Frage, ob Besatzungsmitglieder mit dem Angreifer zusammengearbeitet hätten, sagte er: „Ich habe keinen Beweis.“ Er erklärte dem Sender, er schildere, was er empfunden und gesehen habe, und erhebe keine Anschuldigungen. Eine Reaktion von Flydubai auf seine Schilderung wurde nicht bekannt.
Was Israel und die Emirate zur Besatzung sagten
Kanal 12 berichtete am 5. Oktober, Israel gehe nicht davon aus, dass weitere Besatzungsmitglieder von Flydubai beteiligt waren, und die Ermittler der Emirate seien zum selben Schluss gekommen. Die Emirate würdigten zudem ein Mitglied der Kabinenbesatzung, das half, den Angreifer zu überwältigen.
Die neuen Berichte ändern dieses offizielle Bild nicht. Rajuans Angaben sind nicht belegt, und es wurden keine Beweise veröffentlicht, die ein Besatzungsmitglied oder die beiden festgenommenen Piloten mit dem Plan in Verbindung bringen.
Wie es weitergeht
Bis zum 12. Oktober hatten die Behörden der Emirate keine Anklage gegen den Copiloten oder eine andere Person bekannt gegeben, und ein Prozesstermin stand nicht fest. Zwei Fragen bleiben offen: ob der Verdächtige, wie er den Ermittlern sagte, allein handelte, und warum die beiden maledivischen Piloten festgehalten werden.