Der Räumungsbefehl in Sanaa
Das Kommando der gemeinsamen Streitkräfte der Koalition forderte Zivilisten auf, das Gebiet um die zentrale Tankstation Al Sabaha der Jemenitischen Ölgesellschaft am westlichen Stadtrand von Sanaa zu verlassen, und veröffentlichte eine Karte des Geländes. Wann es handeln würde, sagte es nicht.
Eine nicht genannte militärische Quelle der Huthi drohte daraufhin dem gesamten saudischen Ölsektor. Jeder saudische Angriff werde für Riad dauerhafte strategische und wirtschaftliche Folgen haben, warnte sie.
Drei benannte Ziele
Anschließend drohte der Militärsprecher der Huthi, Yahya Saree, drei saudische Ziele anzugreifen, falls der Angriff auf Sanaa stattfinde: die Zentrale von Saudi Aramco in Dhahran im Raum Dammam, den internationalen Flughafen König Khalid in Riad und die Aramco-Raffinerie in Riad.
Später veröffentlichte er Räumungskarten für alle drei Orte, und die Huthi wiederholten ihre Warnungen an Beschäftigte saudischer Ölanlagen. Am selben Tag erklärte Koalitionssprecher Turki al Maliki, nördlich von Riad seien drei Drohnen abgefangen und zerstört worden.
Gemeldeter Angriff auf Al Sabaha
Der Huthi-Fernsehsender Al Masirah meldete später, Saudi-Arabien habe die Anlage der Ölgesellschaft in Al Sabaha westlich von Sanaa angegriffen. Ein AFP-Korrespondent in der Stadt berichtete, er habe eine Explosion gehört.
Die Koalition hatte einen Angriff nicht öffentlich bestätigt, und Angaben zu Schäden oder Opfern lagen nicht vor. Die Darstellung des Angriffs stammt damit allein von Huthi-Medien.
Eine Welle von Angriffen auf das Königreich
Die Drohungen folgen auf eine Reihe von Raketen- und Drohnenangriffen der Huthi auf das Königreich. Nach Angaben der saudischen Behörden wurden bei einem Raketenangriff auf den internationalen Flughafen König Khalid am Samstag, dem 10. Oktober, 13 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt.
Für Israel geht es um einen bekannten Feind. Seit dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 haben die Huthi Raketen und Drohnen auf israelische Städte abgefeuert und die internationale Schifffahrt im Roten Meer angegriffen. Nun bedrohen sie mit denselben Waffen den größten Ölproduzenten der Region.
Wie es weitergeht
Unklar ist, ob die Koalition ihre Angriffe in Sanaa fortsetzt und ob die Huthi ihre Drohungen gegen Aramco und den Flughafen Riad wahrmachen. Ein erfolgreicher Angriff auf die wichtigsten Aramco-Anlagen könnte die weltweite Ölversorgung beeinträchtigen, wie 2019 der von den Huthi beanspruchte Angriff auf die Anlagen in Abqaiq und Khurais zeigte.