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Welt

Air-Seychelles-Charter von Israel nach Mauritius abgesagt; Veranstalter nennt politische Gründe

Ein Sondercharter von Air Seychelles von Israel nach Mauritius wurde abgesagt, nachdem die erforderliche Landeerlaubnis nicht vorlag. Der israelische Reiseveranstalter Spirit führt die Entscheidung auf politische Erwägungen zurück; eine offizielle Bestätigung dieses Motivs aus Mauritius lag zum Veröffentlichungszeitpunkt jedoch nicht vor.

Air-Seychelles-Flugzeug auf einer Route zwischen Tel Aviv, den Seychellen und Mauritius
Der Sondercharter nach Mauritius wurde abgesagt, weil die erforderliche Landeerlaubnis nicht vorlag, so der israelische Reiseveranstalter.

Was mit dem Mauritius-Flug geschah

Ein Sondercharter von Air Seychelles, der in Israel von Spirit Productions World organisiert und verkauft wurde, sollte am Samstag, dem 26. September 2026, vom Flughafen Ben Gurion im Rahmen eines Mauritius-Urlaubspakets starten. Nach einer Erklärung von Spirit, die von mehreren israelischen Medien zitiert wurde, wurde der Flug abgesagt, weil die notwendige Landeerlaubnis der mauritischen Behörden nicht verfügbar war.

Es handelte sich nicht um eine reguläre Nonstop-Verbindung zwischen Tel Aviv und Mauritius. Spirits eigenes Reisematerial beschrieb die Strecke über die Seychellen mit einem kurzen Zwischenstopp in Mahé und anschließendem Weiterflug nach Mauritius. Eine verlässlich bestätigte Flugnummer, die genaue planmäßige Abflugzeit und die Zahl der Passagiere mit bestätigten Buchungen liegen bislang nicht vor.

Wer von politischen Gründen spricht

Die politische Begründung stammt von Spirit und nicht aus einer offiziellen Erklärung der mauritischen Regierung. Das Unternehmen erklärte, die ihm vorliegenden Informationen deuteten darauf hin, dass die Entscheidung mit politischen beziehungsweise staatspolitischen Erwägungen zusammenhänge. Spirit-Chefin Tali Yativ formulierte vorsichtiger und äußerte Bedauern für den Fall, dass die Entscheidung tatsächlich aus politischen Gründen getroffen worden sei.

Diese Unterscheidung ist entscheidend. Zum Veröffentlichungszeitpunkt war keine öffentliche Stellungnahme der Regierung von Mauritius, der dortigen Zivilluftfahrtbehörde oder von Air Seychelles bekannt, in der politische Gründe für die Nichtdurchführung des Fluges genannt wurden. Ebenso ist kein Dokument veröffentlicht worden, das zeigt, ob eine frühere Genehmigung widerrufen, ein neuer Antrag abgelehnt oder eine endgültige operative Freigabe lediglich nicht rechtzeitig erteilt wurde.

Die präziseste Formulierung lautet daher: Nach Angaben von Spirit wurde der Flug abgesagt, weil die erforderliche mauritische Landeerlaubnis nicht vorlag; Spirit führt die Entscheidung auf politische Erwägungen zurück. Dieses Motiv wurde von Mauritius nicht unabhängig bestätigt.

Der größere Kontext der Beziehungen zwischen Israel und Mauritius

Spirits Darstellung steht in einem relevanten politischen Kontext, auch wenn dieser die konkrete Entscheidung nicht beweist. Im Oktober 2025 sagte Mauritius' Außenminister Dhananjay Ramful im Parlament, die bilateralen Kontakte zu Israel seien nach dem Regierungswechsel im November 2024 bewusst auf ein Minimum reduziert worden. Außerdem erklärte er, einem Antrag einer israelischen Fluggesellschaft auf Direktflüge von Israel nach Mauritius im Jahr 2025 sei nicht stattgegeben worden.

In derselben parlamentarischen Antwort sagte Ramful, Mauritius beabsichtige nicht, die diplomatischen Beziehungen zu Israel abzubrechen. Das offizielle Protokoll belegt somit eine bewusste Einschränkung der bilateralen Beziehungen, einschließlich einer luftfahrtbezogenen Entscheidung. Es belegt jedoch nicht den Grund für die Absage dieses Air-Seychelles-Charters im September 2026.

Können Israelis weiterhin nach Mauritius reisen?

Die derzeit verfügbaren offiziellen mauritischen Einreiseinformationen weisen kein generelles Einreiseverbot für Inhaber israelischer Reisepässe aus. Israel wird weiterhin unter den Staaten geführt, deren Staatsangehörige vor der Reise kein Visum beantragen müssen, sofern die üblichen Einreisebedingungen erfüllt werden.

Auch für ein pauschales Verbot aller Flüge aus Israel gibt es derzeit keinen Beleg. Der aktuelle Vorfall betrifft einen einzelnen Sondercharter, während sich das Parlamentsprotokoll von 2025 auf einen separaten Antrag einer israelischen Airline für einen Direktdienst bezog. Air Seychelles zeigt weiterhin buchbare Verbindungen zwischen Tel Aviv und Mahé sowie zwischen Mahé und Mauritius an. Reisen mit Umstieg bleiben daher grundsätzlich möglich. Die Anzeige in einem Buchungssystem garantiert allerdings nicht, dass jeder künftige Flug tatsächlich durchgeführt wird.

Was für Passagiere noch ungeklärt ist

Offen sind weiterhin die genaue Zahl der Betroffenen, mögliche Erstattungen oder Umbuchungen, der Status eines Rückfluges und die Frage, ob weitere Mauritius-Charter betroffen sein werden. Spirit erklärte, Kunden einzeln zu kontaktieren und zu unterstützen.

Ungeklärt bleibt auch die zentrale Verwaltungsfrage: Welche Genehmigung fehlte konkret, wer hatte sie beantragt, ob eine frühere Freigabe vorlag und später zurückgenommen wurde und von wem Spirit die Informationen erhielt, auf denen die politische Begründung beruht.

Bis Mauritius oder Air Seychelles eine fallspezifische Erklärung oder ein entsprechendes Dokument veröffentlicht, sollten die bestätigte Absage und die Behauptung über ihren Grund klar getrennt bleiben.

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