Mohammad Marandi, Professor an der Universität Teheran und ein politischer Kommentator, der häufig Positionen des iranischen Establishments vertritt, soll erklärt haben, bei den indirekten Kontakten zwischen Iran und den USA gebe es keinen Fortschritt. Ihm zugeschriebene Beiträge warnten zudem vor regionaler Eskalation und rieten dazu, Axios und Al Jazeera nicht zu vertrauen.
Eine verbreitete Fassung seiner Äußerungen beschuldigt außerdem die „Diktaturen am Persischen Golf“, sich dem amerikanischen Druck auf Iran anzuschließen, und spricht von einer „Trump-und-Bessent-Verschwörung“ gegen die iranische Bevölkerung. Der ursprüngliche September-Beitrag mit diesen exakten Formulierungen konnte nicht unabhängig aufgefunden werden. Die Zitate sollten daher als Marandi zugeschriebene Aussagen und nicht als authentifizierte Regierungsmitteilung behandelt werden.
Wer ist Marandi, und spricht er für Teheran?
Marandi ist Wissenschaftler und regelmäßiger Gast internationaler Medien. Al Jazeera Arabic bezeichnete ihn im April 2026 als „Mitglied der iranischen Delegation“ bei Gesprächen mit den USA; zuvor wurde er auch als Berater von Verhandlungsteams beschrieben. Ein offizielles Dokument, das ihn für die aktuellen September-Kontakte als Chefunterhändler, Regierungssprecher oder autorisierten Vertreter ausweist, liegt jedoch nicht vor.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Marandi häufig schärfer formuliert als offizielle iranische Diplomaten. Seine Aussagen können Strömungen im Establishment oder Wissen aus früheren Verhandlungen widerspiegeln, beweisen aber nicht allein die offizielle Position.
Widersprüchliche Berichte über Kontakte
Zuletzt wurde über Treffen, Vermittlung und mögliche technische Gespräche berichtet, während iranische Quellen eine „neue Verhandlungsrunde“ bestritten. Formelle Verhandlungen, indirekte Botschaften, Vermittlertreffen und technische Kontakte sind unterschiedliche Kategorien. „Kein Fortschritt“ bedeutet daher nicht zwingend „kein Kontakt“.