Die Bedingung hinter der Drohung
Die diplomatische Vertretung erklärte, Russland könne zur Verteidigung seines Territoriums sein „gesamtes Arsenal, einschließlich Atomwaffen“ einsetzen. Sie verwies auf Berichte über Vorbereitungen für eine Luft- und Seeblockade und bezeichnete diese als Anlass zu „ernster Besorgnis“.
Das sind russische Behauptungen über die Absichten der NATO. Die Erklärung belegt weder, dass das Bündnis eine Blockade beschlossen hat, noch dass eine solche bereits stattfindet.
Warum Kaliningrad im Mittelpunkt steht
Kaliningrad ist russisches Staatsgebiet an der Ostsee, vom Kernland getrennt und von Polen und Litauen begrenzt. Diese Lage macht den Zugang zur Region zum Kern des Streits: Moskau beschreibt einen Versuch, diese Verbindungen zu kappen, als Bedrohung seines Territoriums.
Die Botschaft berief sich außerdem auf Außenminister Sergej Lawrow. Russland werde auf einen Angriff des Westens reagieren; der daraus entstehende Krieg werde „sehr kurz“ sein. Das war eine Drohung für einen hypothetischen Konflikt, keine durch einen angekündigten Zeitplan gestützte Prognose.
NATO weist die nukleare Rhetorik zurück
NATO-Sprecherin Allison Hart erklärte, die Aktivitäten des Bündnisses bedrohten Russland nicht, und wies die nukleare Rhetorik zurück.
Auch Russlands Botschaft in Belgien teilte mit, sie habe ihre Position direkt an NATO-Vertreter übermittelt.