Iran hat den USA einen Sieben-Tage-Plan vorgelegt, der nach Angaben Teherans die Wiederöffnung der Straße von Hormus, ein Ende der regionalen Kämpfe und neue Verhandlungen ermöglichen könnte. Das Wall Street Journal berichtet, Trump habe den Vorschlag abgelehnt. Bis zum 26. September stützt sich diese Behauptung jedoch auf anonyme US-Beamte; das Weiße Haus hat sie nicht bestätigt, und Reuters konnte sie nicht unabhängig verifizieren.
Was bietet Iran an?
Außenminister Abbas Araqchi sagte, Iran habe den USA über Katar einen „konkreten Sieben-Tage-Plan“ übermittelt. Die Bedingungen umfassen die Aufhebung der US-Seeblockade iranischer Häfen, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte, eine Lockerung oder Aussetzung von Sanktionen gegen iranische Ölexporte, ein Ende regionaler Kampfhandlungen einschließlich im Libanon sowie neue US-iranische Verhandlungen. Die Frist beginne erst nach einer amerikanischen Zustimmung; die Meerenge solle am sechsten Tag öffnen, Gespräche über eine endgültige Vereinbarung am siebten.
Was wurde über Trump berichtet?
Laut WSJ lehnte Trump den Plan ab, weil er bezweifle, dass Teheran die US-Forderungen erfüllen werde. Zudem habe er Mitarbeitern gesagt, er rechne nach den Zwischenwahlen am 3. November 2026 mit einer Wiederaufnahme amerikanischer Bombardierungen. Das ist keine bestätigte Entscheidung für neue Angriffe, sondern eine Trump zugeschriebene Erwartung aus privaten Gesprächen.
Reuters bestätigte die Ablehnung nicht
Reuters bestätigte die Initiative, die Übermittlung durch katarische Vermittler und Irans Warten auf eine US-Antwort. Ein US-Beamter bezeichnete die Gespräche als „positiv und konstruktiv“. Reuters erklärte jedoch ausdrücklich, die angebliche Ablehnung durch Trump nicht unabhängig bestätigen zu können.
Warum Hormus wichtig ist
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur passierten 2025 täglich rund 20 Millionen Barrel Rohöl und Ölprodukte die Meerenge, etwa 25 Prozent des weltweiten seegestützten Ölhandels; rund 80 Prozent gingen nach Asien. Auch ungefähr ein Fünftel des weltweiten LNG-Handels läuft normalerweise durch die Straße von Hormus.
Israel und Libanon
Irans Bedingungen umfassen regionale Fronten einschließlich des Libanon. Eine umfassendere Vereinbarung zwischen Washington und Teheran könnte daher den Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah berühren. Bis zum Rechercheschluss wurde keine offizielle israelische Reaktion auf den konkreten Plan oder die gemeldete Ablehnung gefunden.
Die Sieben-Tage-Frist läuft noch nicht
Araqchi sagte, die Frist beginne nur bei einer Zustimmung der USA. Am 26. September wartete Iran weiterhin auf eine Antwort. Der iranische Vorschlag ist öffentlich dokumentiert; die Behauptung, Trump habe ihn bereits abgelehnt und erwarte eine neue Bombenkampagne, bleibt ein WSJ-Bericht auf Basis anonymer Quellen, den Reuters nicht unabhängig bestätigt hat.