Mehr als 20.000 neue Einwanderer kamen zwischen dem 23. September 2025 und dem 3. September 2026 aus über 100 Ländern nach Israel. Das geht aus der Bilanz des Ministeriums für Alija und Integration und der Jewish Agency für das hebräische Jahr 5786 hervor. Die Daten zeigen stärkere Alija aus mehreren westlichen Ländern, zugleich aber einen gegenläufigen Gesamttrend: Die gesamte Alija lag rund 6% unter dem vorherigen hebräischen Jahr, vor allem wegen des deutlichen Rückgangs aus Russland.
Russland blieb mit 5.685 Olim das wichtigste Herkunftsland, gefolgt von Frankreich mit 4.364, den USA mit 3.333 und dem Vereinigten Königreich mit 975. Aus der Ukraine kamen 797, aus Belarus 491 und aus Kanada 440. Hinzu kamen jeweils Hunderte aus Australien, Argentinien, Georgien, Südafrika, Deutschland und Brasilien.
Westliches Wachstum konnte den Gesamtrückgang nicht ausgleichen
Entscheidend ist die Trennung zwischen einzelnen Herkunftsländern und der weltweiten Gesamtzahl. Sekundäranalysen der offiziellen Daten beziffern den Rückgang aus Russland auf rund 37%. Da Russland in den vergangenen Jahren eine besonders große Quelle der Alija war, reichte dieser Einbruch aus, um die Gesamtzahl trotz Zuwächsen in mehreren westlichen Ländern zu senken.
Es ist daher korrekt zu sagen, dass die Alija aus Teilen des Westens zunahm. Es wäre falsch zu behaupten, die Alija nach Israel sei 5786 insgesamt gestiegen.
Mehr als 28.000 eröffnete Akten sind keine 28.000 künftigen Einwanderer
Weltweit wurden mehr als 28.000 Alija-Akten eröffnet. In Frankreich stieg die Zahl von 5.349 auf 7.033, also um 31,5%. In den USA ging sie von 5.745 auf 6.725 hoch, ein Plus von 17,1%. Großbritannien legte um 68% zu, Australien um fast 90%.
Eine eröffnete Akte ist jedoch nur ein Verwaltungsschritt, keine tatsächliche Einwanderung. Ein Teil der Verfahren endet nicht mit einem Umzug, und die veröffentlichten Zahlen enthalten keine verlässliche Umwandlungsquote.
Auch Prozentwerte brauchen einen absoluten Maßstab. Australiens Anstieg von fast 90% bedeutete einen Zuwachs von 311 auf 590 Akten, also 279 zusätzliche Fälle. Frankreichs prozentualer Anstieg war kleiner, der absolute Zuwachs mit 1.684 Akten jedoch deutlich größer.
Wer kam und wo ließen sich die Olim nieder?
Rund 35% der Olim waren 18 bis 35 Jahre alt, etwa 24% waren 17 oder jünger. Das Ministerium meldete zudem, dass 414 eingewanderte Ärzte im Laufe des Jahres in das israelische Gesundheitssystem integriert wurden. Diese Formulierung sollte beibehalten werden; sie bedeutet nicht automatisch, dass alle im selben Zeitraum sämtliche Zulassungsschritte abgeschlossen haben.
Tel Aviv nahm 2.762 Olim auf, Netanya 2.224, Jerusalem 2.134 und Haifa 1.504. Die Herkunftsländer beeinflussen den Bedarf an Sprachkursen, Schulen, Wohnraum und Anerkennung beruflicher Qualifikationen.
Die Zahlen decken das hebräische Jahr nicht vollständig ab
Der Berichtszeitraum endet am 3. September 2026, also vor dem Ende von 5786. Außerdem wurde die Gesamtzahl nur als „mehr als 20.000“ veröffentlicht. Ein direkter Vergleich mit Kalenderjahreswerten wäre ohne Hinweis auf die unterschiedlichen Zeiträume irreführend.
Die präziseste Zusammenfassung lautet daher: Aus mehreren westlichen jüdischen Gemeinden stiegen Alija und Interesse, während die Gesamtzahl der tatsächlichen Ankünfte sank. Entscheidend wird nun sein, wie viele der neu eröffneten Akten später tatsächlich zu einer Einwanderung führen.