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Politik & Diplomatie

Griechischer EU-Abgeordneter hinterfragt türkische Moscheefinanzierung in Europa

Der griechische Europaabgeordnete Emmanouil Fragkos hinterfragt türkische Ausgaben für Moscheebauten in Europa. Seiner Ansicht nach will Ankara dadurch Einfluss auf Migranten und muslimische Gemeinden in Griechenland und anderen europäischen Ländern gewinnen. Ein Video mit seinen Äußerungen veröffentlichte Visegrád24 am 15. September 2026. Die unterstellte Absicht ist Fragkos’ politische Einschätzung und kein nachgewiesener Befund über Europas Moscheen insgesamt.

Illustration: Emmanouil Fragkos am Rednerpult im Europäischen Parlament, hinter ihm EU-Flaggen
Redaktionelle Illustration: Fragkos zur türkischen Moscheefinanzierung in Europa · Hinweis

Was hat Fragkos gesagt?

Der Abgeordnete fragte, weshalb die Türkei hohe Summen für Moscheebauten in europäischen Staaten aufwende. Er brachte diese Ausgaben mit möglichem Einfluss auf Gemeinschaften außerhalb der Türkei in Verbindung. Der Beitrag zum Video enthält weder eine belegte Gesamtsumme für Europa noch eine Projektliste oder eine Aufschlüsselung der jeweiligen Finanzierung.

Extern / Soziale Medien

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x.com/visegrad24/status/2099945345879101769

Die Debatte über Einfluss aus dem Ausland

Im April 2026 reichte Fragkos im Europäischen Parlament einen individuellen Entschließungsantrag zum Schutz von Gotteshäusern vor ausländischer politischer Einmischung und staatlich verbundenen Einflussmaßnahmen ein. Das Parlament erklärt, dass solche Anträge die Position des einreichenden Mitglieds wiedergeben. Aus der Einreichung folgt kein geltendes EU-Recht.

Später veröffentlichte Fragkos bei Visegrád24 einen Meinungsbeitrag über ein Moscheeprojekt in Straßburg. Er erläutert darin seine politische Argumentation, belegt aber nicht, dass jede aus dem Ausland finanzierte Moschee staatlichen Interessen dient. Bei Fragen nach Geldgebern und institutioneller Unabhängigkeit sind Vorwürfe gegen einen Staat von den Menschen zu trennen, die dort beten.

Warum die Herkunft des Geldes wichtig ist

Die Frage von Fragkos reicht über die Kosten eines Gebäudes hinaus. Eine gründliche Prüfung müsste klären, wer den Bau bezahlt, wem die fertige Immobilie gehört und wer die betreibende Organisation kontrolliert. Eine private Spende, die Unterstützung eines religiösen Vereins und staatlich gesteuerte Finanzierung sind unterschiedliche Konstellationen. Sie gleichzusetzen könnte gerade jene Verbindungen verdecken, die eine Untersuchung aufklären soll.

Auch die Baukosten allein ergeben kein vollständiges Bild. Um institutionelle Unabhängigkeit zu beurteilen, wären mögliche Auflagen bei Spenden und die Regeln zur Ernennung von Verwaltungsmitarbeitern oder religiösem Personal zu prüfen. Dafür braucht es Dokumente. Aus der Größe einer Moschee oder der Nationalität ihrer Besucher lassen sich diese Antworten nicht ableiten.

Welche Belege würden politischen Einfluss zeigen?

Eine dokumentierte finanzielle Verbindung wäre ein Ausgangspunkt, aber noch keine vollständige Erklärung für die Arbeitsweise einer Einrichtung. Politischen Einfluss nachzuweisen würde Belege erfordern, die Unterstützung mit Entscheidungen, Anweisungen oder Aktivitäten verknüpfen. Finanzunterlagen, Organisationsregeln und Stellungnahmen der Beteiligten könnten dazu beitragen.

Diese Unterscheidung richtet die Debatte auf die Transparenz von Geldflüssen und Entscheidungen. Fragkos fordert die europäische Öffentlichkeit auf, Ankaras Absichten zu hinterfragen. Seine Argumentation zu bewerten verlangt, konkrete Beziehungen nachzuvollziehen und den betroffenen Einrichtungen Gelegenheit zur Antwort zu geben. Den Gläubigen dürfen dabei nicht einfach politische Ziele zugeschrieben werden, die einer ausländischen Regierung unterstellt werden.

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