Jubel während der Verschleppung nach Gaza
Bei dem Angriff wurden nach offiziellen israelischen Angaben etwa 1.200 Menschen getötet und 251 entführt. Zu den Opfern gehörten Zivilisten und Angehörige der Sicherheitskräfte. Die Hamas führte den Überfall an, an dem auch der Palästinensische Islamische Dschihad beteiligt war. Beide sind Terrororganisationen.
Reuters veröffentlichte am 7. Oktober 2023 Aufnahmen von Menschen, die in Gaza neben Fahrzeugen feierten, die als israelische Militärfahrzeuge beschrieben wurden. Fotos von Associated Press dokumentierten außerdem ein erbeutetes israelisches Militärfahrzeug in Gaza-Stadt. Die Bilder belegen bestimmte Versammlungen. Sie identifizieren jedoch nicht alle Anwesenden und zeigen nicht, wie viele Einwohner deren Reaktion teilten.
Andere Aufnahmen stellten einen unmittelbaren Bezug zu israelischen Opfern her. Medien dokumentierten den Pick-up, auf dem die Leiche von Shani Louk nach Gaza gebracht wurde. Im Juni 2024 berichtete Reuters über ein mit Zustimmung der Familien veröffentlichtes Video: Hersh Goldberg Polin, Eliya Cohen und Or Levy wurden in die Gefangenschaft gebracht, während ihre Entführer jubelten. Das dokumentiert das Verhalten der Entführer, keine zusätzliche zivile Versammlung.
Das IsraelNews.io übermittelte Video
Ein IsraelNews.io übermitteltes Video von 24 Sekunden zeigt eine Menschenmenge um ein Auto, erhobene Arme und eine Person, die sich auf der Straße niederwirft; der Übermittler ordnet es Gaza am 7. Oktober 2023 zu.
https://x.com/AntSpeaks/status/2107779886496489900
https://x.com/israelnewspulse/status/1731510326451933302
Die Zustimmung sank und stieg später wieder
Wenige Wochen nach dem Angriff stellte das Palestinian Center for Policy and Survey Research, PCPSR, den Palästinensern eine direkte Frage: ob die Hamas mit dem Angriff richtig gehandelt habe. In der ersten Kriegsumfrage vom 22. November bis zum 2. Dezember 2023 bejahten das 72 Prozent. Im Westjordanland waren es 82 Prozent, in Gaza, wo der Krieg geführt wurde, 57 Prozent.
Bis September 2024 sank die Zustimmung in Gaza auf 39 Prozent, insgesamt auf 54 Prozent. Im Mai 2025 ging sie weiter zurück, auf 37 Prozent in Gaza und 50 Prozent insgesamt, bevor sie im Oktober 2025 wieder auf 44 Prozent in Gaza und 53 Prozent insgesamt stieg; im Westjordanland blieb sie stabil bei 59 Prozent. Zwei Jahre nach dem Massaker hielt noch immer mehr als die Hälfte der Befragten die Entscheidung für richtig.
Was die Zustimmung zur Entscheidung bedeutet
Die Frage betraf nicht die Billigung jedes einzelnen Mordes oder jeder Entführung. Sie unterschied sich auch von Fragen nach politischer Unterstützung für die Hamas. Im September 2024 hielten 57 Prozent der Befragten in Gaza die Entscheidung für falsch. Neben Zustimmung war somit auch Ablehnung messbar.
Das Institut erfasste gesondert eine weitverbreitete Leugnung der Gräueltaten gegen israelische Zivilisten. Für die Interpretation ist das wesentlich: Die Antworten beruhten nicht zwangsläufig auf einem gemeinsamen, zutreffenden Bild der Ereignisse.