Das Parlament stimmte am 26. Oktober zu
Die ägyptischen Abgeordneten erteilten ihre Genehmigung einen Tag vor al-Huthis Telegram-Erklärung. Nach Berichten von Reuters, AP und AFP wurde Sisi ermächtigt, die Verteidigung des saudischen Staatsgebiets und seiner Souveränität zu unterstützen. Reuters und AFP nannten eine Zustimmung von mindestens zwei Dritteln; ein detailliertes Abstimmungsergebnis der nichtöffentlichen Sitzung wurde nicht veröffentlicht.
Sisi stellte die Hilfe unter die Voraussetzung einer Abstimmung mit Riad und eines saudischen Ersuchens. Er schloss Angriffe gegen Jemen aus und betonte den Schutz saudischer Grenzen. Damit ist der erklärte Zweck umrissen, jedoch weder ein konkreter Einsatzplan noch ein Zeitplan für eine Entsendung bekanntgegeben.
Zustimmung belegt noch keine Ankunft von Kräften
Ein anonymer regionaler Beamter sagte AP, geplant seien Luftverteidigungssysteme und Flugzeuge zur Abwehr von Raketen und Drohnen. Bodentruppen sollten demnach nicht nach Jemen geschickt werden. Dies beschreibt Planungen aus Sicht einer Quelle, keine offizielle ägyptische Bestätigung eines bereits eingetroffenen Kontingents.
Die bis zum 30. Oktober geprüften Berichte enthalten keine amtliche Bestätigung zu Personalstärke, konkreter Ausrüstung oder Ankunftsterminen im Rahmen der neuen Genehmigung. Auch Dauer und Kosten bleiben öffentlich unklar. Ein parlamentarisches Mandat erlaubt Maßnahmen, beweist aber nicht, dass alle erwogenen Schritte umgesetzt wurden.
Der Vorwurf gegen Israel stammt von den Huthi
Al-Huthi stellte die Unterstützung Riads laut Ynetnews als Krieg gegen Jemen und großen Vorteil für Israel dar. Das ist die Behauptung eines Funktionärs der iranisch unterstützten Organisation, nicht Ägyptens Begründung oder ein Beleg für israelische Beteiligung. Die Huthi kontrollieren Sanaa, sind aber nicht Jemens international anerkannte Regierung.
Am 29. Oktober sagte ein weiterer Huthi-Funktionär, Mohammed al-Buchaiti, dem ägyptischen Medium Al Manassa, selbst defensive Hilfe bedeute Kriegsbeteiligung. Eine anonyme ägyptische Diplomatenquelle erklärte dort, Kairo habe allen Seiten seine Priorität einer politischen Lösung und die Ablehnung von Angriffen vermittelt. Die Aussagen zeigen den Gegensatz zwischen Huthi-Drohungen und Ägyptens erklärter Position.
Angriffe auf Saudi-Arabien und Kämpfe in Jemen
Hinter der Debatte stehen wiederholte Raketen- und Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien. Am 29. Oktober meldete die saudisch geführte Koalition den Abschuss zweier ballistischer Raketen in Richtung Riad. Der saudische Zivilschutz berichtete von einem Leichtverletzten sowie Schäden an einem Haus und Fahrzeug, wie Arab News in seinem am 30. Oktober aktualisierten Bericht meldete.
Anfang Oktober kündigte Jemens international anerkannte Regierung mit saudischer Unterstützung eine Offensive zur Rückeroberung von Huthi-Gebieten an. Kämpfe und konkurrierende Erfolgsmeldungen dauern an; nicht jede behauptete territoriale Veränderung ist unabhängig bestätigt. In diesem Konflikt könnte Ägypten zusätzliche defensive Fähigkeiten bereitstellen.
Gespräche ohne bestätigte Einigung
Israel Hayom berichtete am 26. Oktober unter Berufung auf anonyme diplomatische Quellen am Golf über ein saudisches Angebot von einer Milliarde Dollar an die Huthi über Iran gegen ein Ende der Angriffe. Ein zitierter saudischer Beamter bestätigte keinen Geldtransfer. Eine öffentlich bestätigte Vereinbarung oder Zahlung, die eine Waffenruhe belegen würde, liegt damit nicht vor.
Das saudische Außenministerium bezeichnete die Gespräche in Teheran laut Ynetnews als Bemühung um Deeskalation. Ägypten hat außerdem ein unmittelbares maritimes Interesse: Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und der Route zum Suezkanal. Nun kommt es auf konkrete Ankündigungen Kairos und darauf an, ob Verteidigungshilfe und Diplomatie die Angriffe tatsächlich verringern.