Fernsehserien treffen auf das Kinopublikum
Das offizielle Eröffnungsprogramm am 1. November 2026 beginnt mit einem Empfang um 19 Uhr. Die Zeremonie folgt um 20 Uhr, die beiden Folgen der Serie von Hanan Savyon und Guy Amir um 20.30 Uhr. Alle Zeiten beziehen sich auf die Ortszeit in Israel.
Im Hauptsaal läuft die Serie mit hebräischen Untertiteln, parallel in Saal 2 mit englischen. Außerdem ist ein Gespräch mit den Machern vorgesehen. Eine auch von Netflix bekannte Serie erhält damit einen gemeinsamen Rahmen für Publikum und Autoren.
Reservierungen erfolgen über das Ticketsystem der Kinemathek. Die Eröffnungsseite nennt Abonnements und Mehrfachkarten, aber keinen einheitlichen Preis für sämtliche Festivalveranstaltungen. Besucher sollten Sprache, Untertitel und Saal für jede Vorführung bei der Buchung prüfen.
Geschichten aus dem Süden im Mittelpunkt
"Seelenspuren" präsentiert fünf Kurzfilme aus dem westlichen Negev über das Leben nach dem Angriff vom 7. Oktober 2023. Hinzu kommen zwei Filme beduinischer Regisseurinnen aus dem Negev, die im Förderprogramm "Durch die Augen einer Frau" entstanden.
Sami Shalom Chetrit zeigt "Gourrama, meine Liebe" über seinen Vater und das Leben in Marokko und Israel. Zu den zurückkehrenden Sapir-Absolventen gehören Efrat Corem mit "Ein Herz aus Gold", Shir Houri Abu mit "Sarah" und Tal Avitan aus Sderot mit "Carlos außerhalb der Linien".
Acht frühere Siegerfilme verbinden das Jubiläum mit der Festivalgeschichte. Der Wettbewerb Neues Kino des Südens und die Vorstellung des Förderprogramms Negba für junge Filmschaffende aus dem Süden bei der Abschlussfeier weisen voraus. Fertige Werke stehen so neben einem neuen Weg zur Entwicklung künftiger Produktionen.
Ehrung für Nili Feller und ein Gast aus der Schweiz
Editorin Nili Feller wird mit vier von ihr geschnittenen Filmen und einer Meisterklasse gewürdigt. Sapir kündigt zudem Begegnungen mit Filmschaffenden wie Ari Folman und Dani Rosenberg an.
Der Schweizer Regisseur Thomas Imbach kommt in Zusammenarbeit mit der Schweizer Botschaft. Seine Meisterklasse findet am 3. November 2026 um 16.30 Uhr in Saal 2 statt und behandelt Kameraarbeit, Montage und Erzählen. Zwei seiner Filme sind ebenfalls im Programm.
Weitere Beiträge sind Yael Hedayas Tragikomödie "Was ist mit einem Kind?" und die Dokumentarserie "Wessen Tochter bist du?" von Efrat Shalom Danon und Keren Shaayo. Iris Zakis "Was denkt sie sich?" ist als Abschlussfilm innerhalb der Feller-Hommage vorgesehen.
Kultur als Teil der Rückkehr des Stadtlebens
Das Festival begann 2001 als Wettbewerb für studentische Abschlussfilme. Es arbeitete über Jahre in einer Stadt, die wiederholt Raketenangriffen aus Gaza ausgesetzt war. Hinzu kamen der Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 und die Evakuierung von Einwohnern.
JNS berichtete am 3. März 2024 über die Wiederöffnung der Bildungseinrichtungen nach ungefähr fünf Monaten. Das war ein dokumentierter Schritt bei der Rückkehr von Dienstleistungen und öffentlichem Leben, kein Beleg für einen abgeschlossenen Wiederaufbau.
Festivalleiterin Reuma Mantzur erklärte der Jerusalem Post in einem Beitrag vom 29. Oktober 2026, in den vergangenen Jahren sei es vor allem um das Weiterbestehen gegangen. Sie betonte Investitionen in die örtliche Kreativgemeinschaft und Raum für Geschichten aus dem Süden.
Sapir bezeichnet die Kinemathek Sderot als festen Standort, ergänzt durch Aktivitäten im weiteren Süden und Vorführungen während des Jahres. Die fünf Festivaltage bündeln somit eine fortlaufende Arbeit und sind nicht deren einzige Begegnung mit dem örtlichen Publikum.
Sapir-Präsident Professor Nir Kedar unterstrich das Engagement für lokale Filmschaffende und die nächste Generation. Festivalvorsitzender und Schulleiter Rani Blair Elkabetz verband das Programm mit dem Leben nach dem Angriff. Kontinuität bekommt so eine konkrete Form: Vorführungen, Begegnungen und neue Möglichkeiten für Menschen, die in der Region arbeiten.