Eine ausgemusterte Fregatte als Ziel
Die griechische Marine veröffentlichte ihre Mitteilung am 23. Oktober 2026 und verortete das Manöver nördlich von Kreta. Die israelische Armee publizierte ihren Bericht und Aufnahmen am 24. Oktober 2026. Darin schildert sie die Zusammenarbeit ihrer Raketenschiffflottille mit griechischen Einheiten im Mittelmeer.
Als Ziel diente die ehemalige griechische Fregatte Bouboulina mit der Kennung F-463. Nach griechischer Darstellung wurde sie zunächst mit Lenkflugkörpern beschossen und anschließend durch einen SUT-Torpedo eines U-Boots versenkt. Dieser Ablauf präzisiert die israelische Beschreibung einer Übung zur Versenkung eines feindlichen Schiffs durch Raketen. Es handelte sich um ein Übungsziel, nicht um einen Kampfeinsatz gegen ein gegnerisches Schiff.
Beteiligte Kräfte und getestete Systeme
Israel stellte zwei mit Lenkflugkörpern bewaffnete Schiffe seiner Raketenschiffflottille. Die beiden geprüften offiziellen Mitteilungen nennen ihre Namen nicht. Aus den veröffentlichten Texten lassen sich daher weder die einzelnen Schiffe noch ihre Klassen sicher bestimmen.
Auf griechischer Seite beteiligten sich Einheiten der Fregatten, U-Boote, Schnellboote, Patrouillenschiffe und maritimen Spezialkräfte. Hinzu kamen Hubschrauber der Marineflieger und Mittel der griechischen Luftwaffe.
Abnahmeschießen für SPIKE NLOS und SPIKE ER erfolgten von einem Kanonenboot der Machitis-Klasse und einem Spezialkräfteboot des Typs Mark V. Auch israelische Schiffe feuerten Lenkflugkörper ab. Die griechische Marine bewertete die Tests als erfolgreich und sah Wirksamkeit und militärischen Nutzen bestätigt. Einzelne Leistungsdaten zu jedem Abschuss veröffentlichte sie nicht.
Gemeinsames Lagebild und Gespräche
Laut israelischer Armee trainierten die Besatzungen das Erkennen und Abwehren maritimer Bedrohungen, die Fahrt im gemeinsamen Verband und den Aufbau eines gemeinsamen maritimen Lagebilds. Im Mittelpunkt standen Einsatzbereitschaft sowie koordinierte defensive und offensive Fähigkeiten.
Anwesend waren Israels Marinekommandeur Eyal Harel, Griechenlands Marinechef Dimitrios Eleftherios Kataras, Generalstabschef Dimitrios Choupis und Flottenkommandeur Christos Sasiakos. Harel erklärte, die Partnerschaft mit Griechenland stärke die Fähigkeit beider Staaten, Sicherheit und freie Schifffahrt zu gewährleisten.
Die Marinechefs trafen sich außerdem auf der Fregatte Psara. Nach griechischen Angaben besprachen sie maritime Sicherheitsfragen, freie Schifffahrt und Entwicklungen im östlichen Mittelmeer. Beide Seiten bekräftigten den Wunsch nach mehr Zusammenarbeit bei Marineoperationen, Innovation und neuen Technologien.
Von September zur Achilles Shield
Das Manöver knüpft an frühere Übungen an. Kathimerini berichtete am 17. September 2026, dass zwei griechische Fregatten und zwei israelische Raketenschiffe in den vorangegangenen Tagen im östlichen Mittelmeer trainiert hatten. Geübt wurden Bedrohungen auf See, Suche und Rettung sowie Notfallsituationen. Ein genauer Übungstag wurde nicht genannt.
Ein eigenständiger Schritt war das am 31. August 2026 in Tel Aviv unterzeichnete Abkommen zur Achilles Shield. Das griechische Verteidigungsministerium beschrieb ein Programm zur Abwehr von Flugzeugen, ballistischen Raketen und Drohnen mit integriertem Führungs- und Kontrollsystem.
Dabei handelt es sich um Luftverteidigung. Keine der Marineerklärungen bezeichnet die Übung vor Kreta als Abnahmetest dieses Projekts. Belegt ist der Zusammenhang innerhalb der umfassenderen Verteidigungsbeziehungen, nicht die Zugehörigkeit zu demselben Beschaffungsprogramm.
Die regionale Partnerschaft mit Zypern
Israel, Griechenland und Zypern verpflichteten sich in ihrer Gipfelerklärung vom 22. Dezember 2025 zu engerer militärischer Zusammenarbeit und zum Schutz von Seewegen und kritischer Infrastruktur. Energie und regionale Verbindungen gehören ebenfalls zu diesem Rahmen.
Das Training macht die bilaterale Marinepartnerschaft praktisch sichtbar. Die offiziellen Mitteilungen nennen jedoch keine zyprische Einheit unter den Teilnehmern und kündigen keine Operation gegen einen bestimmten Staat an. Dokumentiert sind gemeinsames Schießen und koordinierte Manöver sowie die erklärte Absicht, die Zusammenarbeit auf See auszubauen.