Der aktuelle Bericht ergänzt die Teilnehmerzahl eines klinischen Programms, dessen erste Implantation am 29. Oktober 2025 stattfand. Dieses Datum ist für die Einordnung wichtig: Neu ist der Fortschritt der Studie, während die erste Operation bereits ein Jahr vor Oktober 2026 erfolgte.
Aus Spenderzellen entsteht Gewebe im Labor
Precise Bio verwendet menschliche Hornhautzellen, die kultiviert und durch biologischen Druck zu einem Implantat angeordnet werden. In seiner ursprünglichen klinischen Mitteilung beschrieb das Unternehmen einen robotergestützten Herstellungsprozess. Er soll einen präzisen Schichtaufbau für die spätere Transplantation erzeugen.
Das Implantat PB-001 soll wesentliche Eigenschaften natürlichen Hornhautgewebes nachbilden. Nach Unternehmensangaben verbindet die Herstellung Zellbiologie, Biomaterialien und Gewebezüchtung. Die Hornhaut bleibt dabei das erste klinische Anwendungsgebiet. Die bisherigen Implantationen belegen nicht, dass dieselbe Plattform schon andere Ersatzorgane für die medizinische Versorgung bereitstellt.
Der erste Eingriff markierte den Ausgangspunkt
Precise Bio gab die erste Implantation beim Menschen am 19. November 2025 bekannt. Laut damaliger Mitteilung war der Eingriff am 29. Oktober in Rambam erfolgt, unter Leitung von Professor Michael Mimouni, dem Leiter der dortigen Hornhauteinheit.
Die Mitteilung beschrieb eine rechtlich als blind geltende Patientin, die das Implantat in einem Auge erhielt. Der Bericht von TPS vom 22. Oktober nennt unter Berufung auf das Unternehmen eine Rückkehr des Sehvermögens in diesem Auge. Vergleichbare Ergebnisse für jede der vier weiteren behandelten Personen werden darin nicht angegeben.
Fünf Teilnehmende in einer frühen klinischen Prüfung
Der ursprünglich veröffentlichte Studienplan sah etwa zehn bis fünfzehn Personen mit Hornhautödem infolge einer endothelialen Funktionsstörung vor. Precise Bio beschrieb eine Studie der Phase 1, die vor allem Sicherheit und Verträglichkeit untersuchen soll. Zusätzlich werden erste Hinweise auf Wirksamkeit erhoben.
Die Studie umfasst eine einzige Behandlungsgruppe ohne separate Kontrollgruppe. Das entspricht einer frühen klinischen Bewertung. Die fünf gemeldeten Implantationen zeigen, dass das Programm über die erste Patientin hinaus fortgeschritten ist. Größere Studien und weitere Nachbeobachtung sind erforderlich, um die klinische Leistung umfassender zu beurteilen.
Das ursprüngliche Protokoll enthielt außerdem eine erste Untersuchung der Wirksamkeit nach sechs Monaten. Das Unternehmen nennt optische Klarheit und mechanische Eigenschaften als Entwicklungsziele des Implantats. Deshalb ist die klinische Beobachtung neben der Fähigkeit zur Herstellung des Gewebes von Bedeutung.
Herstellung als Antwort auf begrenzte Spenden
Gründer Aryeh Batt erklärte gegenüber TPS, ein einziger Spender könne potenziell Zellen für Hunderte Implantate liefern. Der angestrebte Vorteil besteht darin, begrenztes biologisches Ausgangsmaterial in ein wiederholt herstellbares Gewebeprodukt umzuwandeln. Damit müsste nicht für jedes Transplantat eine vollständige Spenderhornhaut verfügbar sein.
In ihrer früheren Mitteilung erklärte Precise Bio, das Implantat werde in der eigenen Anlage am Sheba Medical Center hergestellt. Dort würden Hornhautzellen isoliert, kultiviert und gedruckt. Rambam übernimmt dagegen die klinische Rolle. Beide Standorte erfüllen somit unterschiedliche Aufgaben innerhalb desselben Entwicklungsprogramms.
TPS berichtete auch über das Ziel, weitere Gewebe und später Teile von Herz, Leber oder Nieren zu entwickeln. Das bleiben Entwicklungsziele. Der unmittelbare klinische Meilenstein ist enger umrissen: Fünf Menschen haben das experimentelle Hornhautgewebe erhalten, und die Studie untersucht nun sein Verhalten im menschlichen Auge.