Geräusche erkennen, auch ohne Funksignal
Der Ansatz setzt bei einer physikalischen Eigenschaft von Drohnen an: ihrem Geräusch. Silynxcom erklärt, dass akustische Erkennung auch für glasfasergesteuerte Fluggeräte geeignet sein könnte, die zur Verbindung mit ihrem Bediener keine Funksignale benötigen. Geplant ist, eine charakteristische Geräuschsignatur im Gerät zu analysieren und anschließend den Träger zu informieren.
Das Vorhaben dient der Frühwarnung. Die Mitteilung beschreibt weder einen Abfangmechanismus noch einen Störsender, sondern zusätzliche Informationen für Soldaten in Bewegung. Das Gerät soll auf eine mögliche Bedrohung aufmerksam machen und damit einen Beitrag zu einem umfassenderen Schutzkonzept leisten.
Eine Erkennungsreichweite, eine Genauigkeitsquote oder einen Termin für kommerzielle Lieferungen nennt das Unternehmen nicht. Die beschriebenen Funktionen sind somit Entwicklungsziele eines Prototyps. Eine Einführung des neuen Geräts in den operativen Einsatz wurde damit nicht angekündigt.
Von der einzelnen Warnung zum gemeinsamen Lagebild
Silynxcom arbeitet außerdem an einem vermaschten Netzwerk, über das mehrere Geräte Warnungen weitergeben könnten. Nach dem geplanten Aufbau würde die Erkennung durch einen Soldaten auch andere verbundene Angehörige seines Zuges erreichen.
Die Plattform soll eigenständig funktionieren und nicht von der Einbindung in ein vorhandenes taktisches Funksystem abhängen. Zugleich plant das Unternehmen eine Anschlussmöglichkeit an Kommunikationsausrüstung, wenn Kunden diese benötigen. Damit sollen unterschiedliche Anforderungen von Einheiten und verschiedene Beschaffungsprogramme bedient werden.
Vorstandschef Nir Klein beschreibt die Richtung als Übergang vom Schutz des einzelnen Trägers zu einem gemeinsam verfügbaren Lagebild. Auch die Netzwerkfunktion ist noch Teil des Entwicklungsprogramms und wurde nicht als fertiggestellte Fähigkeit vorgestellt.
Vorhandene Erfahrung mit akustischen Systemen
Die Arbeit baut auf Silynxcoms Geschäft mit Gehörschutz und Kommunikation auf. Auf seiner Produktseite beschreibt das Unternehmen Ohrhörer, die vor gefährlichem Lärm schützen und zugleich Umgebungsgeräusche hörbar lassen. Zum Angebot gehören außerdem Funksteuergeräte und Zubehör für die Verbindung mit vorhandener Ausrüstung.
Am 17. März 2025 meldete Silynxcom den Abschluss von Feldtests einer Technik, die Besatzungen gepanzerter Fahrzeuge Drohnengeräusche besser wahrnehmen lassen sollte. Laut damaliger Mitteilung waren eine asiatische Streitkraft und ein Rüstungsunternehmen beteiligt. Die Ohrhörer verstärkten ausgewählte Geräusche bei fortbestehendem Gehörschutz und wurden mit verschiedenen Fahrzeugen und Kommunikationssystemen erprobt.
Diese Versuche erklären die bisherigen akustischen Arbeiten des Unternehmens. Sie betrafen Ausrüstung für Fahrzeugbesatzungen und sind vom tragbaren Prototyp sowie dem im Oktober angekündigten Warnnetz zu unterscheiden. Es handelt sich um verschiedene Produkte und Entwicklungsphasen mit einem gemeinsamen fachlichen Hintergrund.
Ein eigenes Team für den nächsten Schritt
In der Oktoberankündigung erklärte Silynxcom, ein eigenes Team für die Drohnenabwehr aufzubauen. Dazu gehören neu eingestellte Fachkräfte mit Erfahrung aus der israelischen Drohnenindustrie. Ihr Wissen soll mit den Kompetenzen des Unternehmens bei tragbarer Elektronik und robuster Ausrüstung verbunden werden.
Die Initiative erweitert die vorgesehene Rolle der Audiotechnik. Neben Kommunikation und Gehörschutz sollen rechnergestützte Erkennung und die Verteilung von Warnungen treten. Die weitere Entwicklung soll diese Aufgaben in einer Ausrüstung zusammenführen, die der Soldat mit sich trägt.
Der am 21. Oktober gemeldete Fortschritt besteht in einem Prototyp und einem Konzept für die Vernetzung einer Gruppe. Leistungsdaten, Liefermodalitäten und der operative Einsatz werden die nächsten Meilensteine sein, an denen sich der Weg vom Entwurf zum Gerät im Feld nachvollziehen lässt.