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Jüdische Welt

CAM meldet Meta-Löschung von Inhalten falscher Rabbiner mit Kryptowerbung

Die Organisation Combat Antisemitism Movement, CAM, erklärt, Meta habe sie am 23. Oktober 2026 über die Entfernung gemeldeter Inhalte eines Netzwerks erfundener Rabbinerfiguren informiert. Nach ihrer Darstellung verbreiteten die Konten antisemitische Geldstereotype und warben für eine Kryptowährung. Der Bericht belegt jedoch nicht, dass sämtliche verbundenen Konten auf allen beteiligten Plattformen entfernt wurden oder ihre Tätigkeit vollständig eingestellt haben.

Konzeptionelles Stillleben mit dunklem Smartphone und Glasplatten mit allgemeinen Nutzersymbolen, keine echten Konten oder Ereignisaufnahme
Digitale Identitäten im Blick · Hinweis

Neue Angaben zur religiösen Täuschung

In einem am 22. Oktober 2026 veröffentlichten Bericht beschreibt das Forschungszentrum von CAM die Figur Rabbi Shnickerdoodle, auch Rabbi Shnick genannt. Die Forscher identifizierten offenbar KI-generierte Inhalte, Konten zur Weiterverbreitung und Auftritte auf mehreren sozialen Netzwerken. Eine Aktualisierung nennt die am folgenden Tag eingegangene Benachrichtigung von Meta über die Entfernung gemeldeter Inhalte.

Quelle dieser Angabe ist CAM. Der Bericht enthält keine gesonderte öffentliche Mitteilung von Meta mit einer Liste betroffener Konten und dem Umfang der Maßnahmen. Er weist daher weder ein vollständiges Ende der Aktivität noch die Identifizierung der Betreiber oder eine festgestellte rechtliche Verantwortung nach. Diese Grenzen sind für die Einordnung der Meldung wesentlich.

Eine erfundene Figur als Marke

CAM verbindet die Figur mit Werbung für Shnick Coin und dem Verkauf von Markenartikeln. Die Organisation beschreibt den Einsatz jüdischer religiöser Kleidung und Symbole für Inhalte, die auf dem antisemitischen Klischee jüdischer Geldgier beruhen. Der Vorwurf betrifft die Darstellung und ihre Aussagen. Er bedeutet nicht, dass ein echter Rabbiner die Veröffentlichungen unterstützt hätte.

Der Bericht wirft die Frage nach kommerziellen Anreizen für antisemitische Inhalte auf. Er ist keine gerichtliche Feststellung eines Betrugs. Produktwerbung mit einer erfundenen Figur, antisemitische Veröffentlichungen und eine Finanzstraftat sind unterschiedliche Sachverhalte, die jeweils eigene Belege erfordern. Dieser Artikel behauptet nicht, dass ein finanzielles Delikt nachgewiesen worden sei.

Frühere Untersuchungen auf Instagram und TikTok

CAM untersuchte in seinem Bericht vom März 2026 Instagram-Empfehlungen aus dem Zeitraum vom 19. bis 22. März 2026. Die Forscher erfassten außerdem zwölf ihrer Einschätzung nach KI-generierte Rabbinerfiguren mit zusammen 2,1 Millionen Followern. Diese Summe zählt die Abonnements verschiedener Konten und entspricht nicht zwingend ebenso vielen unterschiedlichen erreichten Menschen.

Da die Untersuchung empfohlene Inhalte betrachtete, stellte sie auch eine Verbreitungsfrage: Wie begegnen Nutzer einer Figur, nach der sie nicht gesucht haben? Eine gezielte Beobachtung bestimmter Konten ist jedoch keine repräsentative Stichprobe aller Instagram-Nutzer. Sie belegt weder identische Empfehlungen für alle noch eine Zustimmung zu den Aussagen durch bloßes Ansehen.

Am 5. Mai 2026 veröffentlichte CAM eine weitere Untersuchung zu 49 ähnlichen TikTok-Konten. Die vertiefte Analyse von vier Konten zeigte wiederkehrende Sprache und Erzählmuster. Nach Einschätzung der Forscher lässt eine erfundene religiöse Autorität antisemitische Behauptungen wie Eingeständnisse jüdischer Persönlichkeiten erscheinen. Das ist eine Interpretation des Materials, kein Beleg für entsprechende Äußerungen tatsächlicher Rabbiner.

Was die Entfernung aussagt

Die Aktualisierung vom 23. Oktober 2026 beschreibt ein konkretes, von CAM gemeldetes Ergebnis. Sie misst weder einen anschließenden Rückgang der Reichweite noch erfasst sie alle verbliebenen Konten oder gleichwertige Eingriffe sämtlicher Plattformen. Auch die behauptete Koordination zwischen den Profilen ist eine Einschätzung von CAM und keine gesondert veröffentlichte Feststellung der Unternehmen.

Für Leser bleibt die Unterscheidung zwischen einer als Rabbiner präsentierten Figur und einer überprüfbaren Person entscheidend. Religiöse Symbole bestätigen keine Identität. Die aktuelle Nachricht ist die von CAM beschriebene Löschungsmitteilung. Ihr vollständiger Umfang und die dauerhafte Wirkung sind öffentlich weiterhin nicht näher erläutert.

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