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Sicherheit & Verteidigung

Barnea: Veröffentlichungen sollten Mossad-Agenten im Iran schützen

Der frühere Mossad-Direktor David Barnea hat erklärt, der Dienst habe seine Aktivitäten im Iran öffentlich gemacht, um die Sicherheitsbehörden durch zahlreiche Festnahmen zu überlasten und echte Agenten schwerer erkennbar zu machen. Beim Priority Summit am 22. Oktober 2026 schilderte er zudem Hunderte Tests vor der Pager-Operation gegen die Hisbollah. Seine Aussagen geben seine Sicht der Entscheidungen wieder, keine unabhängige Bestätigung ihrer Ergebnisse.

Symbolische Anordnung eines Pagers mit leerem Display, eines Funkgeräts und einer geschlossenen Mappe, keine Aufnahme einer Operation oder von Beweismitteln
Geheimdienste und verdeckte Kommunikation · Hinweis

Auftritt bei einer Wirtschaftskonferenz

Barnea sprach bei der Priority-Konferenz in Halle 2 der Expo Tel Aviv. Die Veranstalterseite bestätigt Datum und Ort und beschreibt ein Publikum aus Führungskräften, Geschäftspartnern, Investoren und Beratern. Es war eine Wirtschafts- und Technologiekonferenz, keine neue offizielle Presseunterrichtung des Mossad.

Ynet und Ynetnews veröffentlichten seine Aussagen. Obwohl die Berichterstattung bis zum 25. Oktober 2026 verbreitet wurde, fand sein Auftritt am 22. Oktober 2026 statt. Die geprüften Berichte nennen die interviewende Person nicht.

Öffentlichkeit als Schutzmaßnahme

Barnea zufolge war der Schutz von Agenten im Iran ein Grund für die Veröffentlichung eines offiziellen Mossad-Videos zu Beginn der Operation Rising Lion. Er beschrieb das Ziel, so viele Festnahmen auszulösen, dass iranische Behörden tatsächliche Agenten nicht mehr zuverlässig von unbeteiligten Personen unterscheiden könnten.

Nach seiner Darstellung wurden am zweiten Kampftag 21.000 Menschen festgenommen und schließlich wieder freigelassen. Ynetnews erklärte, weder die Zahl noch die Schilderung der Freilassungen unabhängig verifizieren zu können. Daraus lässt sich deshalb nicht das Schicksal jedes Inhaftierten im Iran ableiten.

Barnea sagte außerdem, einige vom iranischen Regime wegen angeblicher Spionage hingerichtete Menschen hätten niemals für den Mossad gearbeitet. Dies ist sein Widerspruch zu den iranischen Vorwürfen, keine unabhängig überprüfte Liste einzelner Fälle.

Persönliche Verantwortung für die Agenten

Der frühere Direktor erklärte, er habe die für die Missionen ausgewählten Agenten persönlich genehmigt. Seiner Darstellung zufolge wussten sie Wochen vorher von dem Einsatz und hielten ihn geheim. Beteiligte Agenten lebten weiterhin in Teheran, sagte er.

Seine Schilderung betrifft die am 13. Juni 2025 begonnene Kampagne. Die israelische Armee beschrieb damals Angriffe auf militärische Ziele und Einrichtungen des iranischen Atomprogramms. Barneas Aussagen ergänzen seine Erklärung zum Quellenschutz, liefern jedoch keine Grundlage für Identitäten, Orte oder Methoden, die er nicht selbst offenlegte.

Hunderte Tests und Grenzen der Wirkung

Zur Vorbereitung der Pager-Operation berichtete Barnea von Hunderten Versuchen, darunter Tests mit Puppen, die den menschlichen Körper simulierten. Er habe wiederholt kleinere Sprengladungen verlangt, um Menschen in der Nähe der anvisierten Hisbollah-Terroristen weniger zu gefährden.

Den Schutz von Familienangehörigen stellte er als Grenze dar, die er den Planern auferlegt habe, selbst wenn diese vor geringerer Wirksamkeit warnten. Diese Aussagen betreffen seine behaupteten Anweisungen und Planungsabsichten. Sie belegen für sich genommen nicht, dass tatsächlich keine Zivilisten zu Schaden kamen.

Warten auf die Bestätigung

Die Pager-Operation erfolgte am 17. September 2024. Am 18. September 2024 explodierten auch Funkgeräte der Hisbollah. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bestätigte die israelische Verantwortung am 10. November 2024 öffentlich, wie JNS berichtete.

Barnea erinnerte sich an Netanyahus Frage kurz vor der Aktivierung, was bei einem Versagen des Systems geschehen würde. Er habe Zuversicht gezeigt, obwohl er angespannt gewesen sei, und anschließend auf Meldungen von Mossad-Quellen und Medien gewartet. Nach seiner Darstellung erhielt der Führungsraum im Moment der Aktivierung keine unmittelbare Erfolgsbestätigung.

Die Folgen für die Hisbollah teilte er in Schäden an ihrem Personal, geschwächte Moral und Angst um die Sicherheit ihrer Ausrüstung ein. Das sind seine Bewertungen der körperlichen und psychologischen Auswirkungen.

Eine weitere Operation bestätigte Barnea auf Nachfrage nicht. Seine Äußerungen sind ein Rückblick auf Entscheidungen, die er nach eigener Aussage verantwortete. Sie begründen weder die Meldung eines neuen Plans noch Vorhersagen über eine künftige Geheimoperation.

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