Zwei Männer aus unterschiedlichen Organisationen
Die Armee identifizierte Alaa Ibrahim Nimer Arshi als Zellenführer im militärischen Arm der Hamas. Er sei am 21. Oktober 2026 im Raum Gaza-Stadt ausgeschaltet worden. Karam Riyad Hassan Abu Butaihan sei am 20. Oktober 2026 nahe Nuseirat getroffen worden. Ihn bezeichnete sie als Terroristen des Islamischen Dschihad, der Geld an die Hamas übermittelte.
Diese Rollen sind zu unterscheiden. Die Mitteilung beschreibt keine zwei Leiter des Hamas-Finanzapparats, sondern Angehörige unterschiedlicher Organisationen, die denselben militärischen Arm unterstützten. Genannt werden die Einsatzgebiete, jedoch keine genauen Adressen oder Uhrzeiten der Angriffe.
Millionen Schekel ohne Aufschlüsselung
Nach Darstellung der Armee übertrugen beide während des Krieges Geld. Zuletzt hätten die Mittel dazu beigetragen, militärische Fähigkeiten der Hamas wiederaufzubauen und Anschläge gegen israelische Soldaten und Zivilisten vorzubereiten. Die Armee wertete diese Aktivitäten als systematische Verstöße gegen die Waffenruhe und erklärte, die Angriffe hätten die Bedrohung beseitigen sollen.
Eine genaue Summe, eine Aufteilung zwischen den beiden Männern oder eine Transaktionsliste fehlen. Ebenso wenig nennt die Erklärung Banken, Wechselstuben, digitale Geldbörsen oder konkrete Übertragungswege. Verfahren aus früher aufgedeckten Fällen lassen sich deshalb nicht ohne weitere Belege auf diese beiden Personen übertragen.
Es handelt sich um operative Angaben der Streitkräfte, nicht um Ergebnisse einer unabhängigen Kontenprüfung. Die Mitteilung enthält keine Geschäftsunterlagen, mit denen sich Beträge und Zahlungswege kontrollieren ließen. Die Nennung von Herkunftsländern belegt auch nicht, wer dort die einzelnen Schritte ausführte.
Ein Waffenlager im Zentrum des Gazastreifens
Die Armee erklärte, gemeinsam mit dem Inlandsgeheimdienst Schin Bet am 22. Oktober 2026 ein Lager des militärischen Hamas-Arms im zentralen Gazastreifen angegriffen zu haben. Darin hätten sich Kalaschnikow-Gewehre, ein Abschussgerät und Raketen befunden. Das Lager sei aus der Luft zerstört worden.
Die Mitteilung beschreibt einen Lagerort und keine Produktionsanlage. Sie stellt auch nicht fest, dass die beiden Männer das Depot betrieben oder mit ihren Transfers genau diese Waffen finanziert hätten. Die Einsätze ordnete die Armee ihren Bemühungen zu, Finanzierung und militärische Aufrüstung von Terrororganisationen zu beeinträchtigen.
Die veröffentlichte Gesamtzahl stammt aus September
Am 25. September 2026 hatte die Armee erklärt, zusammen mit dem Schin Bet während des Krieges 16 wichtige Hamas-Finanzakteure ausgeschaltet zu haben. Diese hätten Übertragungen von insgesamt mehr als einer Milliarde Dollar über ein Netz aus Dutzenden Geldwechslern in der Türkei und Gaza verwaltet.
Das ist ein damaliger Stand, keine aktualisierte Zahl für den 25. Oktober 2026. Die beiden jetzt genannten Männer einfach hinzuzurechnen und 18 als offiziellen Gesamtwert auszugeben, wäre unbelegt. Die neue Erklärung enthält weder eine korrigierte Gesamtzahl noch Angaben zu möglichen Überschneidungen der Listen.
Bereits am 19. Dezember 2023 hatten Armee und Schin Bet die Ausschaltung von Subhi Ferwana in Rafah gemeldet. Nach Militärangaben übermittelten er und sein Bruder über ihre Wechselgesellschaft Hamsat mehrere zehn Millionen Dollar an die Hamas. Die damalige Erklärung beschrieb Verrechnungsverfahren und Geldwäsche zur Umgehung des internationalen Finanzsystems.
Was über Iran und die Türkei dokumentiert ist
Das US-Finanzministerium bezeichnete das türkische Unternehmen Redin Exchange am 10. September 2019 als Vermittler von Zahlungen der iranischen Quds-Einheit an die Hamas. Zaher Jabarin beschrieb es als wichtigen finanziellen Ansprechpartner zwischen Hamas und Iran.
Bei Sanktionen vom 19. November 2024 nannte das Ministerium außerdem Musa Akari, der von der Türkei aus Geld für die Hamas nach Gaza sowie Judäa und Samaria weitergeleitet habe. Das sind Feststellungen amerikanischer Behörden zu bestimmten Personen und Netzwerken.
Die Dokumente liefern Hintergrund zu Finanzströmen aus Iran und über die Türkei. Sie belegen nicht, dass die türkische Regierung die jetzt von Israel beschriebenen Transfers finanzierte. Die zentrale Behauptung der Armee verknüpft ausländische Gelder mit militärischen Hamas-Aktivitäten. Einzelheiten der aktuellen Transaktionen bleiben unveröffentlicht.