Die Ereignisse erweitern den unmittelbaren Blick auf die Kämpfe an Jemens Westküste um zivile Luftfahrt und saudische Flugabwehr. Der Angriff auf Aden und die saudischen Abfangaktionen waren getrennte Vorgänge. Es wurde nicht gemeldet, dass Saudi-Arabien die auf Aden gerichteten Raketen abgefangen hätte.
Ein Passagierflug befand sich im Anflug
Jemens Verkehrsministerium erklärte, zwei ballistische Raketen und mehrere Drohnen hätten Landebahn und Terminal angegriffen. Ein Geschoss sei wenige Minuten vor der geplanten Landung einer Maschine aus Kairo nahe der Bahn eingeschlagen.
Das Ministerium meldete eine Umleitung des Flugzeugs nach Dschidda sowie die Verlegung zweier ziviler Maschinen aus dem bedrohten Bereich. Dies ist die behördliche Darstellung der Schutzmaßnahmen, keine unabhängig rekonstruierte Übersicht sämtlicher Flugbewegungen.
Zum Flug gibt es widersprüchliche Angaben. Associated Press verwies auf FlightAware, wonach Yemenia-Flug 603 um 3.30 Uhr sicher in Aden gelandet sei. Ein einheitlicher endgültiger Flugverlauf lässt sich daraus nicht ableiten. Die Umleitung bleibt deshalb eine dem Ministerium zugeschriebene Angabe.
Unterschiedliche Darstellungen des Ziels
Die Sicherheitsbehörden in Aden meldeten zunächst keine Opfer. Jemens Außenministerium verurteilte einen Angriff, der nach seiner Darstellung Passagiere, Besatzungen und Flughafenpersonal gefährdete, während ein Zivilflugzeug zur Landung ansetzte.
Huthi-Militärsprecher Yahya Saree bestätigte eine Raketenoperation nahe dem Flughafen, bezeichnete aber militärische Lieferungen im benachbarten Lager Badr als Ziel. Die Huthis behaupteten zudem Verluste unter saudischen Offizieren, ohne unabhängig bestätigte Belege vorzulegen.
Die verschiedenen Darstellungen beseitigen die gemeldete Gefahr für Zivilflugzeuge nicht. Sie erfordern jedoch eine klare Trennung zwischen dem Regierungsbericht und der behaupteten militärischen Zielsetzung. Eine vollständige unabhängige Schadensbewertung lag in den am 7. Oktober geprüften Berichten nicht vor.
Saudische Abfangaktionen waren separate Ereignisse
Die saudisch geführte Koalition erklärte, sie habe eine ballistische Huthi-Rakete nördlich von Riad abgefangen und zerstört. Außerdem meldete sie das Abfangen einer Rakete in Richtung Khamis Mushait im Süden des Königreichs.
Die Huthis beanspruchten Angriffe auf mehrere saudische Einrichtungen, darunter Flughäfen. Solche Angaben beweisen nicht, dass jedes Ziel getroffen wurde. Auch die Abfangmeldungen bestätigen keine behaupteten erfolgreichen Einschläge.
Startmeldungen, Abfangvorgänge und bestätigte Schäden beschreiben unterschiedliche Phasen. Ihre Trennung ist nötig, damit ein bestätigter Teil eines Vorfalls nicht als Ersatz für fehlende Beweise zu anderen Teilen verwendet wird.
Gefahr für regionale Verkehrswege
Aden ist ein bedeutendes internationales Tor für die von der Regierung kontrollierten Gebiete. Der Angriff erfolgte während Kämpfen zwischen saudisch unterstützten Regierungskräften und der mit Iran verbundenen Terrororganisation der Huthis an der Westküste und bei den Zugängen zu Bab al-Mandab.
Für Israel besteht die regionale Bedeutung in den Drohungen derselben Organisation gegen israelisches Gebiet und die Schifffahrt im Roten Meer. Die neuen Berichte belegen weder zusätzliche Geländegewinne noch den Einsatz zuvor zugesagter ausländischer Truppen.
Jemenitische Behörden forderten internationales Handeln zum Schutz der Zivilluftfahrt. Offen bleiben der Betriebszustand des Flughafens, genauere Schäden und die Auflösung der widersprüchlichen Angaben zum Passagierflug aus Kairo.