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Jüdische Welt

ADL untersucht jüdische Teilhabe im amerikanischen Kulturbetrieb

Die Anti-Defamation League hat am 1. Oktober ein Forschungsprojekt zum Umgang mit jüdischen und israelischen Menschen in amerikanischen Museen, Verlagen und Veranstaltungsorten vorgestellt. Die Ergebnisse beschreiben Ausgrenzungsmuster. Bewertungen und Umfrageergebnisse müssen jedoch zusammen mit ihren Methoden und Grenzen betrachtet werden.

Illustration einer leeren Galerie und von Büchern in einem Regal
Redaktionelle Illustration zum Thema. · Hinweis

Das Projekt kombiniert institutionelle Bewertungen, Interviews und dokumentierte Fälle. Diese Instrumente beantworten unterschiedliche Fragen: Eine Note misst ADL-Kriterien, ein Interview beschreibt eine Erfahrung und ein Fallarchiv sammelt ausgewählte Ereignisse. Sie ergeben nicht automatisch einen gemeinsamen statistischen Maßstab.

Vierzig Museen bewertet

Die ADL erklärte, 40 Museen mit Unterstützung eines externen Gremiums aus 15 Fachleuten bewertet zu haben. Untersucht wurden Richtlinien, die Repräsentation von Künstlern und Werken sowie Programme und Partnerschaften. Zwölf Museen erhielten die niedrigste Kategorie, eines die höchste.

Nach Angaben der Organisation beteiligten sich 23 Museen an einer Prüfung vor Veröffentlichung. Teilnahme bedeutet nicht zwangsläufig Zustimmung zur Bewertung. Die Ergebnisse beziehen sich auf die untersuchten Einrichtungen und Kriterien. Sie sind keine statistische Stichprobe für sämtliche amerikanischen Museen.

Verlage und Bühnen

The Times of Israel berichtete, interviewte Autoren hätten Druck beschrieben, jüdische Elemente aus Manuskripten zu entfernen. Hinzu kamen Schwierigkeiten bei der Agentensuche und Ausschlüsse von Veranstaltungen. Diese Erfahrungen wurden von Beteiligten geschildert und von der ADL gesammelt; sie sind keine gerichtlichen Feststellungen zu jeder genannten Institution.

Für Aufführungen und Veranstaltungen wurden 65 Fälle an 41 Orten zusammengestellt. Die ADL beschrieb Absagen, Belästigungen und Störungen bei jüdischen oder israelischen Künstlern. Eine Fallsammlung kann Vorfälle dokumentieren, ohne die Wahrscheinlichkeit ähnlicher Erfahrungen für jeden einzelnen Künstler zu messen.

Keine repräsentative Bevölkerungsumfrage

Die ADL bezeichnete ihre Juli-Umfrage unter 951 amerikanischen Erwachsenen ausdrücklich als nicht national repräsentativ. Die Ergebnisse dürfen daher nicht als präzise Schätzung der Ansichten aller Amerikaner dargestellt werden, auch wenn viele Befragte jüdische und israelische Beteiligung am Kulturleben befürworteten.

Diese Einschränkung zählt beim Vergleich mit institutionellen Entscheidungen. Eine Umfrageantwort, eine abgesagte Aufführung und ein Autorenbericht sind unterschiedliche Belege. Ihre Zusammenfassung zu einer umfassenden zahlenmäßigen Aussage würde die Aussagekraft des Projekts überdehnen.

Empfehlungen und Reaktionen

Die Initiative bietet Empfehlungen für Museen, Verlage und Veranstaltungsorte, darunter eine ausdrückliche Berücksichtigung von Antisemitismus in ihren Richtlinien. Das sind Vorschläge der ADL als Reaktion auf ihre Untersuchung, keine verbindlichen Standards einer Aufsichtsbehörde.

Weitere Entwicklungen werden die Reaktionen der Einrichtungen und mögliche Änderungen ihrer Praxis betreffen. Das Projekt legt Bewertungen und Material zur öffentlichen Prüfung vor. Einzelne Vorwürfe müssen weiterhin anhand ihrer jeweiligen Belege beurteilt werden. Kritik an israelischer Regierungspolitik ist nicht automatisch ein Nachweis der Diskriminierung eines jüdischen oder israelischen Künstlers. Ebenso wenig ersetzt die Aufnahme eines Vorgangs in ein größeres Archiv die Prüfung seiner konkreten Umstände. Entscheidend bleiben die tatsächlich beschriebenen Handlungen, die zugrunde liegenden Informationen und die Reichweite der jeweiligen Untersuchungsmethode. Auch eine journalistische Darstellung der Studie bestätigt nicht automatisch jeden darin geschilderten Einzelfall. Dafür müssten die jeweiligen Aussagen, Gegenpositionen und verfügbaren Unterlagen im konkreten Zusammenhang geprüft werden.

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