Die Entwicklung betrifft vorbereitende Arbeiten für den Great Sea Interconnector. Sie bestätigt weder ein betriebsbereites Kabel noch tatsächlich wiederaufgenommene Untersuchungen. Laut dem griechischen Regierungsgespräch stellte Nexans den Antrag im Namen von GSI. Die Meeresbodenuntersuchungen sollen die Festlegung der Verbindung zwischen Griechenland und Zypern voranbringen.
Vor den Arbeiten stehen die Genehmigungen
Marinakis nannte notwendige Zustimmungen von EXAETH, dem zuständigen griechischen Ausschuss für Genehmigungen zur Meeresforschung, und von der griechischen Küstenwache. Den Arbeitsbeginn knüpfte er an die vorgesehenen Verfahrensschritte. Die Einreichung des Antrags belegt deshalb nicht, dass diese Zustimmungen bereits vorliegen.
Reuters berichtete am 15. Oktober, dass der Antrag eine Wiederaufnahme der Untersuchungen ermöglichen soll. Antragstellung, Genehmigung und der tatsächliche Einsatz eines Schiffes sind getrennte Meilensteine. Bestätigt wird zunächst der Antrag, nicht ein fester Wiederbeginn oder der Abschluss der Vermessungen.
Diese Trennung ist bei einem Vorhaben wichtig, dessen Fortgang von Verwaltung und Technik abhängt. Aus dem Datum eines Antrags lässt sich nicht automatisch ein Bauzeitplan ableiten. Der kommerzielle Betrieb wäre noch einmal eine spätere Phase.
Zwei Strecken dürfen nicht vermischt werden
Die Europäische Kommission beschreibt den Abschnitt zwischen Kreta und Zypern als 898 Kilometer lange Verbindung. Der größere Plan umfasst eine Verlängerung nach Israel. Diese Länge bezeichnet aber nicht die Strecke zwischen Zypern und Israel. Der von Athen beschriebene Antrag betrifft den griechisch-zyprischen Abschnitt.
In einer gesonderten Mitteilung vom 13. August erläuterte der griechische Netzbetreiber IPTO die geplante Verbindung zwischen Kofinou auf Zypern und Hadera in Israel. Er nannte rund 324 Kilometer Unterseekabel, eine geplante Leistung von 1.000 Megawatt und eine Hochspannungs-Gleichstromübertragung mit 500 Kilovolt.
Das sind Planungsdaten einer künftigen Leitung, keine Betriebswerte eines bereits stromführenden Kabels. Streckenlängen und unterschiedliche Fortschrittsstufen sollten nicht zu der Behauptung verbunden werden, das gesamte regionale Netz sei fertiggestellt.
Welche Rolle Israel im Projekt spielt
Hadera ist im veröffentlichten IPTO-Plan der israelische Anschlusspunkt. Die vorgesehene Leitung würde Israel über Zypern an das größere System anbinden. Fortschritte auf der griechischen Seite erfüllen jedoch nicht automatisch die regulatorischen und finanziellen Voraussetzungen der israelischen Strecke.
Die August-Mitteilung berichtete von einem Antrag auf Investitionsgenehmigung bei den Regulierern in Zypern und Israel. Sie dokumentiert diesen Schritt, nicht den Ausgang aller späteren Verfahren. Auch die 1.000 Megawatt sind eine Leistungsangabe, keine jährliche Energiemenge und keine zugesicherte Ersparnis auf Stromrechnungen.
Für israelische Haushalte bleibt das Vorhaben damit eine mögliche künftige Infrastrukturverbindung. Die grundsätzliche Bedeutung des Anschlusses ist von Aussagen über einen Betriebsbeginn oder einen bestimmten finanziellen Vorteil pro Haushalt zu unterscheiden.
Diplomatische Unterstützung baut noch kein Kabel
Reuters berichtete über türkische Einwände hinsichtlich des Seegebiets und über amerikanische Unterstützung für Fortschritte. Diplomatie, Finanzierung, Genehmigungen und Bau sind verschiedene Teile des Vorhabens. Unterstützung durch eine Regierung löst nicht sämtliche Streitfragen und ersetzt nicht alle erforderlichen Erlaubnisse.
Athens neue Mitteilung ist enger gefasst: Ein Antrag soll die Untersuchungen des Meeresbodens wieder in ein Genehmigungs- und Arbeitsverfahren bringen. Für Israel ist das wegen Zyperns Rolle im geplanten regionalen Netz wichtig. Der nächste von Marinakis genannte Schritt ist der Abschluss der Genehmigungsverfahren, nicht der Beginn von Stromlieferungen nach Israel.