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Naher Osten

Jemens Regierung kündigt Offensive zur Rückeroberung von Huthi-Gebieten an

Jemens international anerkannte Führung hat am 4. Oktober den Beginn militärischer Operationen angekündigt. Ziel sei die Rückgewinnung von Gebieten unter Kontrolle der vom Iran unterstützten Huthi-Terrororganisation. Die erklärte Kampagne erhöht die Bedeutung der Lage am Roten Meer und am für Israel und den Welthandel wichtigen Bab al-Mandab.

Illustration felsiger Küsten und zweier Frachtschiffe auf blauem Meer.
Symbolische Darstellung von Seewegen nahe dem Jemen. · Hinweis

Der Vorsitzende des Präsidialen Führungsrats, Raschad al-Alimi, formulierte ein landesweites Ziel: die Wiederherstellung staatlicher Autorität außerhalb des bisherigen Regierungsgebiets. Die Ankündigung belegt diese Absicht, aber noch keine Rückeroberung eines bestimmten Ortes.

Ein weitreichendes militärisches Ziel

Al-Alimi erklärte die Möglichkeiten zur Deeskalation für ausgeschöpft und wies die Streitkräfte sowie weitere militärische Formationen an, genehmigte Pläne umzusetzen. Ein Militärsprecher forderte Huthi-Kämpfer anschließend zur Abgabe ihrer Waffen auf, wie die veröffentlichten Berichte darlegen.

Ein detaillierter Operationsplan, die Stärke der Truppen oder ein erstes bestätigtes Gebietsziel wurden nicht bekannt. Der Umfang der anfänglichen Einsätze bleibt daher vom weitreichenden politischen Endziel zu unterscheiden.

Die Regierung erklärte auch, die Operation richte sich nicht gegen Zivilisten in Sanaa, Hudaida oder Saada. Dieses Versprechen muss am späteren Vorgehen gemessen werden. Es beweist nicht im Voraus, dass Zivilisten verschont bleiben.

Druck bei Taiz und an der Küste

Reuters berichtete von Huthi-Vorstößen bei Taiz und an Positionen, die den Zugang zum Bab al-Mandab beeinflussen. Militärische Quellen beschrieben Druck auf Verbindungen zwischen Taiz und Aden und lieferten damit einen Hintergrund der Regierungsankündigung.

Diese Lageberichte stammen von beteiligten oder kampfnahen Quellen. Sie erklären die gemeldete Situation, ergeben jedoch keine unabhängig überprüfte Kontrollkarte sämtlicher umstrittener Stellungen.

Die Huthi halten Sanaa und weite Teile des Nordwestens seit 2014. Eine Umkehr dieser Herrschaft wäre ein Vorgehen gegen eine fest verankerte Organisation, nicht nur eine Reaktion auf einen einzelnen jüngeren Angriff.

Warum Israel betroffen ist

Die Huthi haben Israel und von ihnen mit Israel verbundene Schiffe angegriffen. Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Entwicklungen an dieser Passage wirken deshalb über die Grenzen des Jemen hinaus.

Daraus folgt keine israelische Beteiligung an der angekündigten Offensive. In den ausgewerteten Informationen fand sich weder eine offizielle israelische Reaktion noch eine bestätigte operative Rolle Israels.

Reuters berichtete unter Berufung auf regionale und westliche Verantwortliche von Vorbereitungen Saudi-Arabiens und jemenitischer Partner mit saudischen Luftoperationen und jemenitischen Bodentruppen. Diese berichtete Rollenverteilung darf nicht um unbestätigte israelische Mitwirkung ergänzt werden.

Das erklärte landesweite Ziel geht damit über jede einzelne gemeldete Bewegung an einem Frontabschnitt hinaus.

Ergebnisse müssen erst belegt werden

Die Huthi behaupteten außerdem Raketen- und Drohnenangriffe auf saudische Energieanlagen. Eine unmittelbare saudische Bestätigung der behaupteten Treffer lag in den Berichten nicht vor. Die Aussagen allein belegen weder Schäden noch größere Brände.

Entscheidend werden tatsächliche Gebietsveränderungen, der Umfang ausländischer Unterstützung sowie Folgen für Zivilisten und Schifffahrt sein. Keiner dieser Punkte ergibt sich automatisch aus dem erklärten Operationsbeginn.

Die Kampagne richtet sich gegen einen iranischen Partner, der Israel bedroht. Ob sie diese Gefahr verringert, hängt von noch nicht belegten Ergebnissen ab, darunter der dauerhaften Kontrolle zurückgewonnener Gebiete und dem Schutz der betroffenen Seewege.

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